Full text: Hof und Staat (Bd. 2 (1809))

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wortung dieser Frage so getheilt, daß ich mir nicht ge¬ 
traue, dir eine einfache Antwort zu geben. 
Philipp. Eduard mag selbst die Beantwortung 
seiner Frage versuchen. Wir werden ihn bewundern, wenn 
er nicht in eine von den Einseitigkeiten fällt, die du eben, 
wie mir scheint, vollständig aufgezählt hast. 
Eduard. Unbillig werft ihr mir die Llösung einer 
Schwierigkeit zurück, die ihr doch selbst herbeygeführt habt, 
auch scheint ihr zum voraus über mich, als dem es mi߬ 
lingen müßte, zu triumphiren. Indeß liegt mir unser 
Problem von Schicksal und Freyheit zu sehr am Herzen, 
und ich sehe wohl ein, wie die eben aufgeworfene Frage 
über die Wahrheit der Erkenntniß die Lösung jenes Pro¬ 
blems vorbereitet. Es sey also gewagt, was ihr zu über= 
nehmen mir zugetheilt habt; nur beurtheilet auch den Feh¬ 
lenden billig, und helft ihm zurechte. 
Heinrich. Philipp hat dir die Last aufgelegt; er 
helfe sie dir tragen. Er scheint dir aber auch schon einen 
Wink gegeben zu haben, indem er die verschiedenen An¬ 
sichten, die ich aufgezählt habe, Einseitigkeiten nennt. 
Eduard. Du scheinst mir darauf zu deuten, daß 
die vielfachen relativen Ansichten einer Sache sich unter 
einander ergänzen. 
Heinrich. So denke ich, und so möchte wohl auch 
die einfache Ansicht gefunden werden. 
Philipp. Ihr sprecht mir das, was ich sagte, 
klärer aus, als ich es selbst mir bewußt war. Erlaubt 
mir nun, daß ich die Einseitigkeiten, die Heinrich genannt 
hat, einzeln auf das bestimmteste zu bezeichnen versuche. 
Der Empiriker zuerst scheint mir die Wahrheit seiner Vor= 
stelkin- 
Dogtalsen
	        
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