Full text: Staatswissenschaftliche und juristische Litteratur (Jg. 2, Bd. 2 (1795))

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der wird ihr nicht das geringste Interesse abgewinnen können. 
Um doch eine Probe von der Beantwortungsart des Hrn. B. 
zu geben, so schreiben wir seine Antwort auf zwey von ihm 
selbst vorgetragene Einwürfe ab. 
„1) „Es ist ungerecht, einem ganzen Stande im State 
die Würde, das Ansehn, die Gütter einzuräumen, welche 
nur Einzelne verdienen. Antw. „Eben so ungerecht ist es, 
diesem ganzen Stande sein Eigenthum an Gütern und Vorrech¬ 
ten zu entziehen, weil sie nur Einzelne nicht verdienen. Ist 
denn dieß eine Antwort auf obige Behauptung? — Der Ver¬ 
theidiger der Behauptung wird dieß gerne zugeben, und den 
Schluß machen, daß man jeden Einzelnen geben soll was er 
verdient. Der Verf. thut aber als wenn er seinen Gegner 
wirklich widerlegt hätte, und läßt ihn fortfahren: 
4 2), „ Gut ! der Adel mag seine Güttr behalten, nur nicht 
seine übrigen bürgerlichen Vorrechte." Antw. „So nehmt 
ihm das, was er sich, theils erkauft, theils rechtmäßig 
erstritten haben kann, was ihm vielleicht geschenkt, 
was ihm gewiß bewilligt worden ist, und ihr hebt ihn selbst 
auf, erklärt euch durch Vernichtung aller Verträge eurer eige¬ 
nen Vorrechte für verlustig, und übt das gräßlichste, das 
französische Faustrecht aus.“ Paßt hier nur ein Wort auf die 
angegebene Behauptung? Wer um unser Urtheil gegründet zu 
finden, daß es diesen Bogen an allen fehlt, was eine Schrift 
lesenswerth macht, noch mehr Beweise fordert, der sey zur 
Strafe seines Mißtrauens verdammt, sie selbst zu lesen. 
Leipzig in der Weygandschen Buchhandlung: Karl Hein¬ 
rich Heydenreichs, Prof. der Philosophie zu Leipzig, 
Grundsatze des natürlichen Staatsrechts und seiner An¬ 
wendung, nebst einem Anhange staatsrechtlicher Ab¬ 
handlungen. Erster Theil, 1795, 212 S. gr. 8. 
Da Hr. H. in seinem System des Naturrechts die Prin¬ 
cipien des allgemeinen Staatsrechts nur compendiarisch darge¬ 
stellt hat; so muß dem Publiko die Erscheinung dieser Schrift 
um so angenehmer seyn, je mehr die Aufmerksamkeit auf die 
Staats= 
Vorlage: EBERHARO KARIS 
Max-Planck-Institut für 
UNIVERSITÄT 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte 
TÜBINGEN 
—
	        
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