Full text: Allgemeine staatswissenschaftliche und juristische Literatur-Zeitung (Quartal 1 (1789))

mos in utroque jure honores viro praeclarissimo 
M. CARO LO AUGUSTO SATTLERO die V. 
Martii Anni cIo 1 CCLXXXIX. solemniter tri¬ 
buendos indicit. — Quatenus heres factum de¬ 
functi impugnare possit? Specimen I. (XX. Sei¬ 
ten 4.) 
Der Hr. Verf. welcher sich schon längst 
den Ruhm eines geschickten und in Praxi ge¬ 
übten Rechtsgelehrten erworben hat, macht in 
der hier bemerkten akademischen Schrift einen 
sehr lobenswürdigen Anfang in Bearbeitung ei¬ 
ner Materie, die oft zu den verwickeltesten 
Streitigkeiten Anlass giebt. Besonders wichtig 
werden diese Rechtshändel in Absicht der Fidei¬ 
commisse, wenn nemlich einer der Erben zu¬ 
gleich mit fideicommissarischer Erbe ist, und 
über die Gültigkeit der vom Erblasser vorge¬ 
nommenen Veräusserung der fideicommissarischen 
Güther die Frage entsteht. Der Hr. Verf. setzt 
diesen Fall sehr gut auseinander und giebt da¬ 
durch eine vortrefliche Probe, dass er eben so- 
wohl mit der Theorie, als mit der Praxi der 
Rechte bekannt ist. 
VERMISCHTE SCHRIFTEN. 
BERLIN, in der königl. preuss. akademischen 
Kunst- und Buchhandlung: Berlinisches Jour¬ 
nal für Aufklärung, herausgegeben von G. 
N. FISCHER und A. RIEM, zweyten Ban¬ 
des, zweytes Stück, Februar 1789. 8. S. 
97  192 (Ldpr. das Stück 6 Gr.) 
In dem vor uns liegenden Monatsstücke 
sind uns blos zwey Aufsatze interessant; nem- 
lich die S. 173 - 179 befindliche Acte, wegen 
Festsetzung der Religionsfreyheit, wie selbige in 
der Versammlung in Virginien zu Anfange des 
Jahres 1786. zu Stande gekommen ist, und die 
S. 1 80 - 192 vorgetragenen Bemerkungen über 
den Ackerbau, den Handel und die Manufactu¬ 
ren, wovon künftig die Fortsetzung folgen 
soll. Jene Acte ist ein untergeschobenes Acten- 
stück, und man muss sehr kurzsichtig seyn, wenn 
man nicht die Absicht dieser Dichtung errathen 
wollte. Der Hr. Herausgeber B. weiss sich 
zwar sehr viel mit derselben und versichert, 
dass sie dem Erdtheile, wo sie ihr Daseyn er- 
halten habe, so wie dem menschlichen Verstan- 
de überhaupt viel Ehre mache; aber nichts 
Unverstats 
— 
Max-Planck-Institut für 
Bibliothek 
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europäische Re 
155 
destoweniger finden wir darinnen die Gränzen 
einer vernünftigen Toleranz sehr weit über¬ 
schritten. Mehr Beyfall verdienen die ange¬ 
zeigten Bemerkungen, welche sich in dem ge¬ 
genwärtigen Monatsstücke vorzüglich mit Ver¬ 
besserung des Ackerbaus in den preussischen 
Landen beschäftigen. In so ferne es hier wirk¬ 
lich Gegenden giebt, wo der Ackerbau um des- 
willen vernachlässiget wird, weil der Landmann 
keinen Absatz des Getraides hat; so sind des 
Hrn. Verf. Vorschläge ganz unverbesserlich. 
Nur überreden wir uns, dass dieser Fall nicht 
so häuffig seyn mag, als sich der Hr. Verf. 
vorstellt. 
GESCHICHTE. 
BERLIN, bey August Mylius: Geschichte und 
Zustand der Sklaverey und Leibeigenschaft 
in Griechenland — von JoHANN FRIED- 
RICH REITEMEIER, öffentlichen Lehrer 
der Rechte zu Frankfurth an der Oder - 
eine Schrift, welche von der Hessen-Casse- 
lischen Gesellschaft der Alterthümer den Preis 
erhalten hat, 1789. 8. 175 Seiten. (Ldpr. 
10 Gr.) 
Es ist uns im Grunde sehr räthselhaft, 
warum diese Schrift, welche schon im Jahr 
1783. von der gedachten Gesellschaft den Preiss 
erhalten hat, erst im Jahr 1789. die Presse ver- 
läst, da dergleichen Preissschriften gewöhnlich 
mit sehr leichter Mühe einen Verleger erhalten. 
Doch der Hr. Verf. versichert, dass seine 
Schrift durch diesen Verzug gewonnen habe, 
und wir wollen ihm dieses gerne glauben. 
Aber nichtsdestoweniger haben wir in der an¬ 
gezeigten Abhandlung mehr philosophisches Rai¬ 
sonnement, als beurkundete Thatsachen ange- 
troffen. Ohnstreitig liegt der Grund davon in 
der ältern Geschichte, welche uns in Absicht der 
Sklaverey und Leibeigenschaft in einer grossen 
Ungewissheit läst. Es läst sich weder die Ent¬ 
stehung noch der erste Zustand der Sklaven 
mit historischer Gewissheit bestimmen. Alle 
diese Umstände bedeckt ein düsterer Schleyer. 
Diesen suchte der Hr. Verf. durch seine Muth- 
maassungen zu enthüllen, aber vielleicht irrte 
er sehr oft. Die erste Sclaverey war bey wei- 
ten nicht so hart, als sie es in der Folge wurde-
	        
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