Full text: Vorhoff der gantzen Jurisprudenz Oder Vollständige Einleitung zum Iure Civili, Feudali, Canonico und Publico (Th. 14 (1728))

LIB. II. TIT.XII. 
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als ungültig verworffen werden solten. Weil 
aber dennoch die Römer sahen, daß solcherge= 
stalt viele Testamente über einen Hauffen ge= 
hen wurden, so hielten sie davor, es waͤre der 
Billigkeit gemaͤsser, wenn solcher unglüͤcklicher 
Personen ihre Testamente nicht gantz unguͤltig 
werden solten, und erdachten dannenhero zwey 
fictiones, nehmlich erstlich die fictionem ju 
ris postliminii & legis Corneliæe, von wel= 
chen beyden schon lib. 1. tit. 12. Erwehnung 
geschehen. Wurden dannenhero solche Per | | 
sonen von der Gefangenschafft wieder befreyet, 
u. kamen sie zu ihren Verwandten, so blieben ih= 
re Testamente noch wie vorhero guͤltig, weil per 
fictionem juris postliminii davor gehalten 
wurde, es waͤren solche Personen bestandig in 
der Stadt geblieben, und niemahls von denen 
Feinden gefangen worden. Sturben sie aber 
in der Gefangenschafft, so wurde per legem 
Corneliam fingiret, es waͤren solche Personen 
niemahls in der Gefangenschafft gewesen, son¬ 
dern gleich zu der Zeit da sie gefangen worden, 
als Römische Buͤrger gestorben, folglich da sie 
gestorben, ehe sie gefangen worden, so waͤren alle 
ihre Testamente guͤltig geblieben. Duarenus ad 
tit. qui testam. fac. poss. Struv. S. J. C. Ex¬ 
ercit. 32. th. 7. Vinnius ad §. fin. in¬ 
stit. quibus non est permiss. fac. testam. 
Jn den l. 11. ff. qui testam. fac. poss. 
wird auch 19) denenjenigen, welche als 
Geissel 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschichte 
DFG
	        
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