Full text: Vorhoff der gantzen Jurisprudenz Oder Vollständige Einleitung zum Iure Civili, Feudali, Canonico und Publico (Th. 14 (1728))

LIB. HI. TIT. XII. 
134 
— 
mer wolte, etiam sine causa justa, der Va¬ 
ter auch die posthumos, welche doch gar 
nichts gethan, und sich gegen ihn nicht undanck¬ 
bar aufgefuͤhret noch auffuͤhren koͤnnen, zu ex¬ 
hærediren befugt war. Nachdem aber in dem 
Jure Romano recentiori durch die 115. No¬ 
vell, solche uͤbermaͤßige Freyheit derer Eltern 
nur auf die 14. causas restringiret wurde, 
ohne welche, wenn sich der Sohn einer solchen 
Undanckbarkeit nicht wuͤrdig gemachet hatte, 
das gaͤntze Testament unguͤltig war, und die 
vorgenommene Enterbung ohne Kraͤffte blieb, 
so siele auch die vorhin freygestandene Enter¬ 
bung derer posthumorum von sich selbsten 
weg, und, da solche elende Personen sich eines 
solchen Lasters, ohne welchen keine Enterbung 
statt finden kan, nicht theilhafftig gemacht, noch 
jemahls theilhafftig machen koͤnnen, dieser 
Vorwand aber, als ob er seiner Mutter 
gram waͤre, keine guͤltige Ursache zur exhaere¬ 
dation ist, l. 33. in fin. C. de inoff. testam, 
Ludvvell. de ultim. volunt. P. 2. C. 2. p. 
140. so siehet man augenscheinlich, daß solche 
posthumi, (jedoch verstehet es sich von denen 
posthumis naturalibus,) simpliciter zum 
Erben eingesetzet werden muͤssen, wenn anderer 
gestalt das Testament guͤltig seyn soll. Werden 
sie aber enterbet, oder nur bloß uͤbergangen, 
soist 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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