Full text: ¬Der raisonirende Juriste, welcher seine raisonements aus denen Reguln der Klugheit, und dem vernünfftigen Rechte, wie auch denen römischen und teutschen Antiquitäten über die Stücke der Rechts-Gelehrsamkeit ergehen lässet (St. 2 (1714))

1. 
Das XV. Raisonement 
218 
4. 
Es pfleget solches gar offt zu geschehen, | | 
daß man einen Satz annimmt, dessen Grund 
und Ursache man nicht erkennen und zugeben 
will. Wir haben davon im ersten Stucke ei= 
ne Probe geliefert, und haben in der Lehre | | 
vom Ehe=Recht dargethan, daß viele Dinge 
auf Päbstliche Thorheiten sich gründen, we= | | 
che wir doch noch beständig gut heißen. 
Solches hat seine Ursache darinnen daß ß | 
ein Ding unterschiedene Nutzen und Ursa= 
chen haben kan. Diese sind die Rationes le- 
gum Wo nun gleich eine davon dahin fäl= 
let; bleiben doch die andern in ihrem Stande. 
Und da kan ich nicht gleich sagen, concidente 
vna legis ratione, cadit tota lex. Auch 
kan ein Ding einen falschen Ursprung haben, 
welches nach diesem zu einer nützlichen und bil= 
ligen Sache worden. Die Priesterliche Co- 
pulation hat, wie im ersten Stuͤcke erwiesen, 
vermuthlich einen nicht gar zu unschuldigen Ur= 
sprung und Fortgang. Deswegen ist sie doch 
gantz löblich zu gebrauchen, damit man doch 
wisse, werzusammen gehöre. Also auch hier. 
Die Weiber konten nicht nur deswegen keine 
Vormünder seyn, weil sie selbst noch Vormün= | | 
der hatten; sondern auch deswegen, weil man 
sich 
Vorlage 
Max-Planck-Institut für 
Universitätsbibliothek 
Greifswad 
DFC 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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