Full text: Hitzig's Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege (N.F. Bd. 19 = [3.F.] Bd. 49 = Jg. 1849, Bd. 4 (1849))

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A. II. Eine Betrügerei in großem Style. 
spricht dafür der Umstand, daß er zwei Summen, je zu 1300 Thlr. 
sich hat verschreiben lassen, ohne das Geld wirklich dargeliehen 
zu haben. Ein zweiter Crispin scheint er wenigstens nicht ge¬ 
wesen zu sein, und seine unglaubliche Schwachheit hat ihn in 
den Geschäften mit der Huth große Vortheile erblicken lassen. 
In Berücksichtigung dieser Umstände, so wie hauptsächlich, 
weil der Betrag des Erschlichenen nicht ermittelt ist, dürfte Ge¬ 
fängnißstrafe von nicht langer Dauer zu erkennen sein. 
Das erkennende Gericht war anderer Ansicht. Es entschied 
in erster Instanz: 
Dieweil Christianen Wilhelminen Huthin nach ihren Zuge¬ 
ständnissen Bl. 
zur Last fällt, daß sie seit ungefähr 
fünf Jahren von dem nunmehr verstorbenen — — 
Robert 
zu L., dessen Schwäche benutzend, nach und nach die Summe 
von 8390 Thlr. 20 Gr. und zwar mit Ausnahme einiger kleinen 
Posten von zusammen höchstens 150 Thlr., unter verschiedenen 
falschen Vorspiegelungen erborgt (vergl. Bl.—), ohne die geringsten 
Mittel und ohne die Aussicht, jene bedeutende Summe dem 
Darleiher zurückzahlen zu können, so ist ernannte Huthin, in 
Erwägung, daß, wenn man auch ihrem Anführen Bl. — in 
Betreff der beiden von ihr ausgestellten Quittungen über je 
1300 Thlr. keinen Glauben beimessen wollte, dennoch dieser 
Umstand die von ihr wegen des erstgedachten Betrugs verwirkte 
Strafe eben so wenig zu erhöhen vermag, als der, daß sie we¬ 
gen Betrugs bereits kleine Polizeistrafen erlitten, nach Anleitung 
des 245. Artikels des Criminalgesetzbuches sechs Jahre lang 
mit Arbeitshausstrafe zu belegen; dahingegen ist wider Fran¬ 
ziska Amalia — — und Magnus Aemilius Huth anerwogen, 
daß, wenn schon die von Ersterer Bl. — eingeräumte Thätig¬ 
keit bei dem Aufborgen ihrer Mutter, der Huthin, unter den 
obwaltenden Umständen als strafbar nicht erscheint, dennoch da¬ 
durch nicht unerheblicher Verdacht einer wirklichen Theilnahme 
an dem betrügerischen Beginnen ihrer Mutter gegen sie begrün¬ 
det wird, das Anführen Huth's Bl. — aber, er habe von dem 
betrügerischen Aufborgen seiner Ehefrau keine Kenntniß erlangt, 
als sehr unwahrscheinlich sich darstellt, da er Bl. — zugeben 
Vorge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlii
	        
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