Full text: Hitzig's Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege (N.F. Bd. 19 = [3.F.] Bd. 49 = Jg. 1849, Bd. 4 (1849))

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A. II. Eine Betrügerei in großem Style. 
ihn zum Darleihen des Geldes hätten vermögen können oder 
sollen, giebt sie kol. — auf ungefähr 150 Thlr. an. Da nun 
allerdings aus manchen von ihr ihn ausgestellten Schuldver¬ 
schreibungen sich nicht ergiebt, daß Robert durch unerlaubte 
Mittel zum Hergeben des darin verschriebenen Geldes veranlaßt 
worden sei, so darf man, zumal die Inculpatin in ihren Ver¬ 
hören mit größter Bereitwilligkeit alles eingestanden hat, was 
sie nur irgend graviren kann, wohl annehmen, daß mindestens 
hinsichtlich einer Summe von 150 Thlr., die sie entlehnt hat, 
ihr eine betrügerische Handlung nicht zur Last liegt. 
Hat nun die Inculpatin fol. — gleich angegeben, daß sie 
nicht leugnen könne, alles Uebrige von dem Gelde, welches sie 
von Robert empfangen, auf fremde Namen und unter falschen 
Vorspiegelungen erborgt zu haben, so liefern doch die im Fas¬ 
cikel sub — enthaltenen Documente, in welcher Robert alle 
die von der Huth ihm gemachten Angaben, zu welchem Behufe 
sie die darin verschriebenen Gelder entliehen, aufgeführt hat, nicht 
die Bestätigung, daß die Darlehen neben falschen Vorspiegelun¬ 
gen auch auf fremde Namen ausgewirkt worden sind. Sie hat 
vielmehr zur Erlangung mancher Summen einen ersonnenen und 
nicht den wirklichen Zweck, zu welchem sie selbige entleihe, zwar 
angegeben, aber zum Theil ohne dabei sich darauf zu berufen, 
daß diese Gelder für Rechnung eines angeblichen Auftraggebers 
verwendet werden sollten. Der Umstand, daß sie dann später, 
als sie wegen Rückzahlung gedrängt worden, vorgegeben hatte, 
andere, angeblich sehr reiche Personen, für welche sie das Geld 
verwendet, würden für sie bezahlen, wie sie namentlich in dem 
bereits erwähnten Documente vom 31. October 1839 fol. — im 
Fascikel — angegeben, sie habe die geborgten Summen grö߬ 
tentheils zum Besten ihres Kindes verwendet, dessen Vater, 
ein Herr v. Querfurt, die Bezahlung der Gesammtschuld 
versprochen habe — kann wenig in Betracht kommen, und gra¬ 
virt die Inculpatin nur in der Beziehung, als sie mit der aus¬ 
gewirkten Gestundung zugleich Credit für neue Summen durch 
das Berufen auf reiche Gönner zu erlangen gewußt hat. Denn 
in so fern durch Ertheilung von Nachsicht, die auf den Grund 
ihrer Angaben erfolgte, für Robert kein Schaden, wenn er 
nicht schon vorher bestand, entstehen konnte, dürfte ein Fall, wo 
der Schuldner seinen leichtgläubigen Gläubiger auf gute Aussich¬ 
ten vertröstet, auch wenn dieser dadurch sich zur weiteren Nach¬ 
Vonage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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