Full text: Hitzig's Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege (N.F. Bd. 19 = [3.F.] Bd. 49 = Jg. 1849, Bd. 4 (1849))

Nach d. v. d. vereinigten Criminalamte d. Stadt Leipzig mitgeth. Acten. 25 
Quittungsentwurf vom *** Juni 1840. Nach dessen Inhalte 
hat die Person, welche diese Quittung hat ausstellen sollen, zu 
bekennen gehabt, 39,000 Thaler, welche als ihr Eigen¬ 
thum im hiesigen Kreisamte sich in Verwahrung be¬ 
funden, nach allseitiger Berichtigung ihrer Oblie¬ 
genheiten, Dato im Kreisamte ausgezahlt erhalten 
zu haben. Derselbe rührt augenscheinlich von Robert's 
Hand her und ist von demselben zum Gebrauche der Huthin 
angefertigt worden. 
Die Vertheidigung erörterte zuvörderst die Frage, ob die 
Inculpatin durch Aufnahme der Capitalien bei Robert Hand¬ 
lungen begangen habe, die in das Bereich des Strafgebiets gezogen 
werden können. In dieser Beziehung leidet es — sagt der Ver¬ 
theidiger — wohl keinen Zweifel, daß, weil der Mangel an 
Mitteln, übernommene Civilverbindlichkeiten zu erfüllen, dem 
Berechtigten nicht die Befugniß giebt, wegen Nichtleistung der 
Schuld auf Bestrafung des zahlungsunfähigen Schuldners zu 
dringen, eine Untersuchung gegen den Schuldner nur aus dem 
Grunde, daß von ihm die Zahlung nicht zu erlangen scheint, 
nicht statt hat. Minder gewiß ist es, ob der Darlehnsempfän¬ 
ger dadurch, daß er die Darlehne, welche er zu einem bestimm¬ 
ten Zwecke verwenden zu wollen vorgegeben hat; zu andern 
Zwecken verbraucht, sich strafbar mache, in so ferne der Darlei¬ 
her nur dadurch, daß der Empfänger das Geld zu einem be¬ 
stimmten von ihm angegebenen Zwecke verwenden zu wollen, 
zum Vorstrecken des Darlehns sich hat bewegen lassen. Beide 
Arten der Darlehnsaufnahmen liegen gegen die Huth vor und 
es kommt dazu noch eine dritte Categorie, nehmlich solche Dar¬ 
lehne, welche sie sich durch die Vorspiegelung, daß sie das Geld 
in Auftrag eines Anderen und für diesen aufnähme, es ihm aus¬ 
antworte oder doch in seinen Nutzen verwende, ein Fall, der 
in so ferne hier der Credit eines Dritten zur eigenen Erlangung 
eines Vortheils gebraucht worden ist, eher als die übrigen nach 
Art. 245. des Criminalgesetzbuchs beurtheilt werden zu können 
scheint. 
Den Betrag dessen, was die Defendendin von Robert 
auf ihren eigenen Namen und ohne alle Vorspiegelungen, die 
Vorge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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