Full text: Hitzig's Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege (N.F. Bd. 19 = [3.F.] Bd. 49 = Jg. 1849, Bd. 4 (1849))

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A. II. Eine Betrügerei in großem Style. 
der im Momente der Anzeigeerstattung verstorben ist, so zu um¬ 
stricken gewußt, daß er ihr nach und nach die Summe von 
8390 Thlr. baar vorgestreckt habe. Es wurde gegen die Huth, 
in Betracht, daß ihr Schuld gegeben, die Darleben unter fal¬ 
schen Vorspiegelungen sich verschafft zu haben, Untersuchung ein¬ 
geleitet. Im Verlaufe derselben gestand die Huth ein, daß sie 
in verschiedenen einzelnen Posten eine bedeutende Geldsumme 
von Robert entlehnt habe. Sie bekannte auch wiederholt, auf 
Vorlegen der unter den Papieren des verstorbenen Robert auf¬ 
gefundenen Documente, nach welchen der Gesammtbetrag der¬ 
jenigen Summen, die sie als Darlehn empfangen, sich auf 
8390 Thlr. 20 Gr. beläuft, selbige unterschrieben zu haben, und ver¬ 
sicherte, sie wolle zwar glauben, daß sie auch wirklich so viel von 
demselben haben könne, als Robert in den Documenten notirt, 
sie sei aber über den wirklichen Betrag, da sie die Documente 
stets, ohne den Inhalt gelesen zu haben, unterschrieben habe, 
völlig in Ungewißheit. Sie habe die empfangenen Summen 
sich nie aufgeschrieben und in ihrer Freude, das Geld zu erhal¬ 
ten, um den Inhalt der von Robert zur Unterschrift ihr vorge¬ 
legten Documente sich nie gekümmert. 
Da der laesus, wie bemerkt, verstorben und bei Uebergabe 
des Geldes niemals Jemand, außer bisweilen die Tochter der 
Angeklagten, zugegen gewesen, so beruhte, soweit nicht die Schuld 
aus den Documenten hervorging, die weitere Ermittelung fast 
lediglich auf den Aussagen der Inculpatin. 
Die Angaben derselben, wie es ihr gelungen, so bedeutende 
Summen zu erhalten, geben dahin, daß sie im Jahre 1835 Ro¬ 
bert's Bekanntschaft bei der um diese Zeit erfolgten Hochzeit 
dessen Sohnes, bei welcher sie als Gast zugegen gewesen, gemacht 
habe. Kurz darauf habe sie von ihm 2 Thlr. Darlehn entnom¬ 
men, und dann nach und nach größere Summen. Sie gab zu, 
daß sie beim Erborgen dieser Gelder keine Aussicht zur Wieder¬ 
bezahlung gehabt, beim Empfange jeder neuen Summe aber ihr 
Versprechen, alles Empfangene zu restituiren, wiederholt, sowie 
stets kurze Zahlungsfristen gesetzt habe. Als auf diese Weise 
die vorgestreckten Summen sich nach Angabe des Darleihers bis 
auf 7430 Thlr. 12 Gr. (!) sec. fol. — beliefen, drängte Ro¬ 
bert wegen der Bezahlung und drohte mit Klage, worauf die 
Huth in ihrer Angst gegen ihn vorgab, sie habe ein Kind von 
einem Herrn von Querfurt, der Besitzer eines Eisenhammer¬ 
2* 
oge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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