Full text: Archiv merkwürdiger Rechtsfälle und Entscheidungen der rheinhessischen Gerichte, mit vergleichender Berücksichtigung der Jurisprudenz von Frankreich, Rheinbaiern und Rheinpreußen (Bd. 2 (1830))

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so wie der erste Richter, dessen Grände zu billigen sind, 
geurtheilt, für sich in Anspruch nehmen kann, folglich, 
da dem Appellanten der Beweis der Feudalität vom ersten 
Richter noch zugelassen worden, gar keine Beschwerde 
diesfalls vorliegen kann; 
In Erwägung ad b) die Lägerbücher schon dadurch ohne 
alle Kritik als glaubwürdig und ohne die hierher nicht pas¬ 
sende Lehre des Unterschiedes zwischen öffentlichen und Pri¬ 
vaturkunden auf dieselben anzuwenden, anzunehmen sind, 
weil das Decret vom 9ten Vendemiaire Jahres XIII. sie 
als hinreichenden Beweis erklärt, zudem solche Lagerbücher 
immer von dem Gerichte der Gemeinden errichtet worden, 
und dadurch öffentlichen Glauben verdienen, und da über 
den Umstand, ob der Appellant die mit der fraglichen Renté 
belasteten Güter wirklich im Besitze habe, und ob diese 
Güter unter jenen begriffen seien, die in dem Lagerbuche, 
als mit der fraglichen Rente behaftet angeführt sind, der 
erste Richter Expertise und Beweis noch vorbehalten hat, 
Appellant auch dadurch auf keine Art beschwert worden; 
In Erwägung, endlich ad e) hinsichtlich des Besitzes 
des Appellanten und seiner Vorgänger seit der Occupa¬ 
tion des linken Rheinufers die Gründe des ersten Richters 
durchaus, und um so mehr zu billigen sind, als eines¬ 
theils nicht ein einziger Umstand appellantischer Seits 
dagethan worden, daß vor dem Eintritt der französischen 
Truppen die Prästation dieser Alzeyer Collectur=Korn¬ 
gülte der geistlichen Administration versagt worden, und 
diese sich dabei beruhigt, mithin dieselbe oder deren Nach¬ 
folgerin, die Amortisationskasse, den Besitz verloren habe, 
anderntheils aber, was auch zum Ueberfluß für den frühe¬ 
ren Besitz beweist, seit dem Eintritt der Franzosen nicht 
allein ein selches Factum der Weigerung fehlt, sondern 
sogar durch die vorgelegten Sommiers des Kenkmeisters, 
und Quittungen dargethan worden, daß der Appellänt noch 
im Jahre 1809 die dort angegebenen Summen auf die 
Archiv. 11. Bd. 2. Heft. 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschichte 
DFG
	        
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