Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
üristische Zeitung. 
Herausgegeben 
po n 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock, 
I 
Mittwoch, den 10. März 1830. 
Dritter Jahrgang. Nr. 20. 
Das JuristenRecht als Rechtsquelle, in 
und wider eingreifende Erörterungen ausgegeben sind, 
vorzüglicher Beziehung auf die Herzogthü¬ 
statt der gewünschten allgemeinen Gesetzgebung in 
mer Schleswig und Holstein. 
einzelnen Ländern nach und nach Gesetzentwürfe 
Vom Hrn. Advocaten Heiberg in Schleswig. 
zu Stande kommen, die der wissenschaftlichen Critik 
aller dazu Berufenen vorliegen und erst nach Bewilli¬ 
Herr Prof. Puchta hat neulich in seinem Werke 
gung und Annahme der Stände, mithin des Volkes, 
über das Gewohnheitsrecht die Ansicht auszuführen ge¬ 
von der höchsten Macht in den einzelnen Staaten ihre 
sucht, daß das Volk selbst, oder die natürliche Ueber. 
Sanction zu gewärtigen haben. Jene Gesetzentwürfe 
einstimmung der Ueberzeugung, das Recht der Sitte, 
müssen aber, wollen sie den Rechtszustand als einen 
das Gewohnheitsrecht, ferner die Gesetzgebung und 
der gegenwärtigen Generation angemessenen Freiheits¬ 
endlich die Wissenschaft oder das Juristen Recht die allein 
zustand entwickeln, ihren Stoff aus der Geschichte 
möglichen Rechtsquellen wären, d. h. die einzig mög¬ 
und den Sitten des Landes nehmen, der Gegenwart 
lichen Formen, in welchen das Recht entstehe. Ohne 
angemessen seyn; denn wo dieß nicht geschieht, wer¬ 
die genauere Analyse dieser Behauptung hier zu ver¬ 
den die Stände, wenn sie wahrhafte Vertreter des 
suchen, darf doch nicht übergangen werden, daß zwischen der 
Volks sind, nie ihre Genehmigung ertheilen können. 
Gesetzgebung des Volkes als AutonomieGesetzen und als 
Mit Recht widersetzte sich daher v. Savigny jeder 
wissenschaftlichem Producte der Zeit eine sehr große 
allgemeinen plötzlich erschaffenen Legislation, da eine 
Differenz ist, indem sie in jenem als die erste aus¬ 
solche als Product einer reflectirenden Betrachtung und 
drückliche Feststellung der Sitte, in diesem aber als das 
Abstraction nur einen Zustand der Willkür statt 
EndResultat aller vorhergegangenen Rechtsentwicklungs¬ 
wahrer Freiheit herbeiführen konnte. Indem er 
stufen erscheint. Die Gesetzgebung im wissenschaftlichen 
auf die historische Auffassung des Rechtsstoffs drang, 
Sinne wird sich demnach als ein organisches Ganze 
welcher mit dem innersten Leben des Volkes verwachsen 
des Rechtszustandes einer Nation darstellen, dessen Ma¬ 
ist, ehrte er die im Volke lebende Sitte und forderte 
terial aus den Sitten oder Gewohnheitsrechten und den 
von den Juristen diese zu erkennen und sie in ihrer 
Autonomien des Volks geschöpft, dessen systematische 
Entwicklung bis in die Gegenwart hinab zu verfolgen. 
Ausbildung oder dessen wissenschaftlicher Gehalt das 
Das Resultat ist demgemäß auch, daß fast in allen 
Resultat der Erforschungen und Bestrebungen des Ju¬ 
Ländern Zeitschriften für die Rechtskunde entstehen, 
risten Standes sind. Werfen wir einen Blick auf die 
um wissenschaftlich den historischen Rechtsstoff zu erfas¬ 
gegenwärtige Rechtsbildung; so finden wir, daß, nach¬ 
sen, damit in einzelnen Fällen das Recht zur An¬ 
dem über den Beruf unsrer Zeit zur Gesetzgebung für 
schauung gebracht, allgemeine Principien auf einzelne 
Stastsblothen 
Max-Planck-Institut für 
Preußischer Kulturbesitz DEC
	        
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