Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

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wogegen aber demselben 2 Handdiensttage zu Gute gerechnet 
2 Pferden. Der Anfang des Dienstes ist im Frühjahr und 
werden. (Die Pröven sind dieselben, wie bei den Gro߬ 
Herbst des Morgens um Sechs, im Winter, wenn man 
köthern.) 
sehen kann, und dauert bis Mittag um 11 Uhr; den Nach¬ 
mittag von 1 Uhr bis Abends um 6 Uhr im Frühjahr, Som¬ 
IV. Der Freien oder Anbauern giebt es 14. Je¬ 
mer und Herbste; im Winter aber so lange man sehen 
der dient 12 Handtage, wenn er dazu bestellt wird, und 
kann, und fängt um 12 Uhr an. — Die Großköther 
schneidet 3 Vorling Winterfrucht; wenn es gefordert wird, 
werden gebraucht: zum Mistfahren, wo jeder so oft, als 
wendet er sie einmal, und bindet sie. An Pröven erhält er 
ein Hofgespann fährt; zum Holzfahren, wo sie Malter 
jeden Tag 1 Pfd. Brod, 1 Käse, 1 Quartier Gemüse; 
fahren; zum Gipsfahren von der schwarzen Hütte; zum 
beim Kabelschneiden 4½ Pfd. Brod, 4 ½ Stück Käse, 4 
Pflügen Eines Morgens. — An Kabeldienst hat jeder 
Quartier Erbsen, 4 ½ Löffel Oel, und 3 Quartier Bier. 
Großköther im Frühjahr 4 Morgen reine Brach zu pflügen, 
hernach dies Land zu rühren und zu eggen, zu zwierühren 
(Von den Halbmeyern, Großköthern, Kleinköthern und Freien 
und zu eggen, zur Saat zu pflügen, zu säen und zu eggen, 
der übrigen Dörfer gilt im Ganzen dasselbe.) Jn allen fünf 
auch die Saatfrucht in eignen Säcken abzuholen. Für das 
Dörfern müssen Groß= und Kleinköther an ordinären Hand= 
jedesmalige Kabelpflügen wird dem Dienstpflichtigen der in 
diensttagen auch am Flachse arbeiten, und müssen vom 
einer Woche zu leistende Hand=, und in der andern Woche 
alten Maytage bis alten Michaelis 4 Boten à 60 Risiten 
der zu leistende Spanndienst gut gethan, und der nächstfol¬ 
braken, oder 5 Boten schwingen; vom alten Michaelis bis 
gende Dienst wird jedesmal mit dem Handdienste angefangen. 
alten Maytage aber 3 Boten braken und 4 Boten schwingen. 
Jeder Großköther schneidet 3 Morgen Winterfrucht, bindet 
Sie erhalten dabei an Pröven 1 Quartier Erbsen, 1 Löffel 
sie, muß dieselbe, wenn es nöthig ist, einmal wenden, 
voll Oel, 1 Pfd. Brod, und 1 Käse. — Jeder Diensi= 
oder muß 6 Morgen Sommerfrucht mähen. Gegen dieses 
pflichtige muß den Handdienst leisten, wozu er bestellt wird, 
Kabelschneiden wird eine Dienstwoche mit der Hand gut gethan. 
und das dazu erforderliche Handwerkszeug mitbringen. Vom 
Wenn der Großköther zum Handdienste Gras mähet, so 
alten Maytag bis altem Michaelis wird von Morgens um 
mähet er 1 Vorling Gras. — Die Großköther erhalten an 
6 Uhr bis Mittag 11 Uhr, und von 1 Uhr bis 6 Uhr Abends 
Pröven für jeden Hand= oder Spanndienst 1 Pfd. Brod, 
gearbeitet; vom alten Michaelis bis altem Maytage von 
1 Käse, und 1 Quartier Gemüse; für die übrigen Male 
7 Uhr Morgens bis 11 Uhr, und von 12 Uhr bis 5 Uhr. 
aber jedesmal 4 Pfd. Brod, 4 Käse, und 4 Quartier Ge= 
Kinder, welche noch nicht confirmirt sind, werden im Herrn¬ 
müse; außerdem für das Säen überhaupt 3 Quartier Bier.— 
dienste nicht angenommen. — Jeder Groß- und Kleinköther 
Für das Kabelschneiden erhält er 9 Pfd. Brod, 9 Kase, 
muß auch jährlich 3 halbe Lopp à 5 Bind Heeden Garn 
9 Quartier gekochte Erbsen, 9 Löffel voll Oel, und 6 Quar= 
spinnen, wozu ihm die Heede geliefert wird, und erhält 
tier Bier. 
dafür 9 Pf. Kassenmünze. Wer nicht spinnt, bezahlt 9 Pf. 
Kassenmünze. Die Freien spinnen ein Jahr um das andere 
III. Der Kleinköther sind 45. Jeder dient von Mi¬ 
3 halbe Lopp Heeden Garn. (Von den 9 Pf. gilt das¬ 
chaelis bis Maytag wöchentlich Einen Tag mit der Hand, 
selbe.) 
und von Maytag bis Michaelis wöchentlich 2 Tage, betragen 
74 Tage. (Nur Nro. 44. dient das ganze Jahr hindurch 
bloß 4 Tag mit der Hand wöchentlich, und schneidet keinen 
Kabel.) Dazu muß ein jeder 3 Morgen Winterfrucht schnei¬ 
den; wenn es nöthig ist, einmal wenden, und binden; 
Göttingen, in der Expedition der allgemeinen juristischen Zeitung. 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für
	        
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