Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

prohibées par le Code Napoléon, seront abolies 
et cesseront d'avoir leur effet à compter du jour où 
est déclaré com¬ 
le Code sera mis en activité — 
mune aux départements de la ci -devant Hollande, 
y compris l'Ems -Oriental, etc.". 
Diese letztern für Ost Friesland geltenden gesetzlichen De¬ 
clarationen über den fraglichen Art. 896. des Code Napo¬ 
léon kommen auch in einem Rechtsstreite zur Entscheidung, 
der über das ehemalige Westendorphsche Fideicommiß in 
OstFriesland bereits seit mehreren Jahren geführt wird, und 
worauf auch vorliegende PartheySchriften sich beziehen. 
Dieselben nehmen für den Kläger, den Oberamtmann Bluhm 
zu Pewsum den Satz in Anspruch, daß das Französische 
Recht die Aufhebung früher errichteter Substitutionen nur da 
gebot, wo es an einem Anwärter zur Zeit noch mangelte, 
daß es dagegen, wo Anwärter vorhanden waren, die wirk¬ 
same Fortdauer solcher Substitutionen als statthaft anerkannte. 
Zu dem Ende soll unter „premier appelé" und „greve 
nicht der nächste Anwärter und der Fideicommi߬ 
Besitzer, sondern der erste Substitut und der in sti¬ 
tuirte Erbe verstanden werden; was der pseudonyme 
Verf. der zweiten Schrift aus Merlin, Rolland de 
Villargues u. a. zu beweisen sucht. — Da diese Rechts¬ 
fache noch pendent ist, so enthalten wir uns alles weitern 
Urtheiles, und machen schließlich nur darauf aufmerksam, 
daß die letztgenannte Schrift besonders über die Lehre von 
der Rückanwendung der Gesetze und über den Geist der 
Französischen Gesetzgebung, besonders in Beziehung auf 
Fideicommisse, manches Beachtenswerthe enthält.- 
Vom Herrndienste der Gutsbauern im Göt¬ 
tingschen. 
Da gegenwärtig öffentlich und privatim viel über die 
bäuerlichen Lasten, besonders der Gutsbauern im Hannövri¬ 
schen, verhandelt wird; so möchte, um uns ein anschau¬ 
liches Bild dieser Verhältnisse zu geben, ein Blick in die 
Dienst Register eines adlichen Hofes im Fürstenthume Göttin¬ 
gen nicht ohne Interesse seyn. Wir theilen zu dem Ende 
Max-Planck-Institut für 
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folgenden wörtlichen Auszug aus einer Beschreibung der von 
den Dienstpflichtigen der fünf Gerichtsdörfer Oldershausen, 
Echte, Duderode, Oldenrode und Willersen im Fuͤrstenthume 
Göttingen nach den Gütern Oldershausen, Düderode, und 
Vogelsang zu leistenden Dienste, mit: 
„Die Dienstpflichtigen zu Düderode dienen an das ad¬ 
liche Gut Oldershausen, Düderode, und Vogelsang, je 
nachdem sie von der Dienstherrschaft nach dem einen oder 
andern Gute zu dienen verlangt werden. 
I. Der Halbmeyer K. dient A. alle Woche, Einen 
Tag mit dem vollen Spanne und muß folgende Arbeiten 
verrichten: 1) Pflügen, täglich 1½ Morgen; 2) Holzfahren, 
täglich zweimal, und jedesmal 1 Malter laden; 3) Mist¬ 
fahren, so viel Fuder als ein Hofgespann fährt; 4) Reise¬ 
fuhren, wobei er nur 2 Meilen Weges zu fahren braucht, 
und 6 Malter Roggen, Weizen, Gerste, Bohnen, und 
8 Malter Hafer ladet; hingegen 3 Malter, wenn er Gips 
von der schwarzen Hütte holt, wozu er seine Säcke herge¬ 
ben muß; 5) alle Fruchtarten im Sommerfelde einfahren, 
täglich 6 Schock. — B. An Kabeldienst pflügt er 
1) im Frühjahr 4 Morgen Brachland, 2) 4 Morgen zur 
Ruhr, welche er auch egget; 3) 4 Morgen zur Zwieruhr, 
welche er gleichfalls egget; 4) 4 Morgen zur Saat, 
welche er säet und egget, und wozu er auch die Saatfrüchte 
mit seinen eignen Säcken abholt; 5) 4 Morgen zum Hafer 
oder zur Gerste, von denen dasselbe gilt. — Gegen die 
Leistung dieses Kabeldienstes werden dem Meyer jedesmal 
zwei gewöhnliche Herrendiensttage gut gethan. — Der 
Halbmeyer erhält an jedem Herrendiensttage 2 Pfd. Brod, 
2 Käse, und 2 Quartier Gemüse. Bei der Kabelarbeit aber 
für jeden Morgen zu beackern 1 Pfd. Brod, 1 Käse und 
1 Quartier Gemüse; daneben auch für jeden Morgen Land 
zu säen 1 Quartier Bier. Da bei dem ersten Kabelpflügen 
das Land nicht geegget wird, so erhält er nur 3 Pfd. Brod, 
3 Käse, und 3 Quartier Gemüse. — Von dem Pfarr¬ 
meyerhofe wird derselbe Dienst gegen dieselben Emolu¬ 
mente geleistet. 
II. Der Großköther sind 15. Jeder derselben dient 
wechselsweise die eine Woche mit dem Spanne, die andere 
Woche mit der Hand. Den Spanndienst leistet er entweder 
einen halben Tag mit 4 Pferden, oder den ganzen Tag mit
	        
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