Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

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in der Actio, und daher im Jus civile seine höchste Aus¬ 
gebungen des in Frage stehenden Staates auf der andern 
bildung findet, so die rechtliche Gesinnung, die zuerst 
Seite mit sich bringen. Hierauf beruht der obige Grundsatz 
als bona fides dem Jus naturale, alsdann als Aequitas 
der Römischen Juristen: „Privatum jus tripertitum est; 
dem Jus gentium entspricht, in der Justitia. Daher 
collectum etenim est ex naturalibus praeceptis, aut 
heißt es auch 1. 10. D. 1, 1: „Justitia est constans et 
gentium, aut civilibus." — Auch bemerkt in dieser 
perpelua voluntas, jus suum cuique tribuendi;" 
Hinsicht schon Cicero (de ofsiciis, 3, 17), daß drei 
worin schon die bestimmte Beziehung aufs Jus civile aus¬ 
Societates zu unterscheiden seyen, nämlich Hominum, 
gesprochen ist. — Insofern nun das Princip des Jus na¬ 
gentis, et civitatis, woraus insbesondere das Jus 
turale, durch die Verbindung des Menschen mit der Gott¬ 
gentium et civile hervorgegangen sey. — Fragt man 
heit, das Princip des Jus gentium et civile aber durch 
nun aber weiter, was das höchste Princip jeder Klasse von 
die Verbindung mit dem Staate gezeugt und ernährt wird, 
Rechtsgrundsätzen sey, so ergiebt sich aus Obigem Fol¬ 
schließt sich an das Jus privatum theils das Jus sacrum, 
gendes: 
theils das Jus publicum, so daß auch in dieser Hinsicht 
Wenn die ursprüngliche menschliche Natur nicht durch 
das Recht tripertitum ist. 
Gewalt und Ungerechtigkeit gehemmt wäre, sondern noch 
vollkommen herrschend gedacht werden könnte, so würde je¬ 
Kurze Nachrichten von neuerschienenen: 
der Mensch auch allein auf die Lex divina in seinem In¬ 
juristischen Schriften. 
nern verpflichtet und überall im Stande seyn, als Eben¬ 
bild Gottes nur den Regungen seiner göttlichen und liebevol¬ 
Encyclopädisches Wörterbuch des gesammten Preu¬ 
len Natur zu folgen. Insoweit auch der jetzige Mensch 
ßischen Rechts, in einer alphabetischen Darstellung 
solchen Ansprüchen genügen soll, wird von ihm Honestas 
des Landrechts, der Gerichts= und CriminalOrdnung, 
der Hypotheken=, Deposital=, Agricultur- und Spor¬ 
gefordert, und daher sind alle Lehren des Jus naturale in 
tel=Gesetze, nebst deren Ergänzungen und Abänderun¬ 
dem Gebot des Honeste vivere beschlossen. — Insoweit 
gen. Ein praktisches Handbuch für Juristen und be¬ 
nun aber der durch Krieg und Gewalt herbeigeführte gegen¬ 
besonders auch für Geschäftsmänner aller Art, wel¬ 
wärtige Zustand der menschlichen Gesellschaft berücksichtigt 
che sich sowohl in einzelnen Fällen, als im Allgemei¬ 
wird, so wie die Nothwendigkeit, den Besitzstand des Ein¬ 
nen, über die vaterländischen Gesetze belehren wollen. 
zelnen anzuerkennen und gegen fernere Gewaltthätigkeiten 
Von Dr. J. N. Strömer. Berlin, 1830, bei Hirschwald. 
zu schützen, erscheint als das höchste Princip, worauf die¬ 
683 S. 
Was der Preußische Jurist in vorliegendem Werke zu suchen habe, 
ses durch dieselbe naturalis ratio bei allen Völkern gleich¬ 
besagt schon der ausführliche Titel. Ref. fügt nur hinzu, daß bei 
mäßig hervorgerufene Jus gentium beruht, der Grundsatz 
einer Gesetzgebung, wie der Preußischen, eine solche alphabetische 
des Alterum non laedere, auf den daher auch alle ein¬ 
Uebersicht des ganzen Materials sich nicht nur für den praktischen 
zelnen Bestimmungen des Jus gentium sich zurückführen 
Gebrauch wohl empfehlen möge, sondern auch die Theorie nicht vie¬ 
lassen. — Ein solches bloß negatives Princip, wie die Na¬ 
les dagegen einwenden könne; da die Hoffnung zu einer wahrhaft 
tur des Jus gentium, dem die positive Vertretung abgeht, 
wissenschaftlichen Ausbildung dieses Rechtes, von der das System 
nur gestattet, reicht aber zur wirklichen Geltendmachung 
freilich eine Hauptseite bilden würde, doch immer noch sehr entfernt 
ist. Auch für den Nicht Preußischen Juristen und Geschäftsmann, 
des Rechtes nicht aus. Der Staat verlangt positiv, daß 
der sich über Einzelnes im heutigen Preußichen Rechte schnell unter¬ 
jedem Bürger das Seinige werde, das, nöthigenfalls 
richten will, ist vorliegendes Werk um so empfehlenswerther, als 
durch Gesetzgebung festzustellen oder durch richterliche Unter¬ 
man außer Preußen die betreffenden Gesetzsammlungen nur selten 
suchung auszumitteln ist, weshalb alle Bestimmungen des 
antrifft. Für die Deutsche legislative Thätigkeit überhaupt ist es 
Jus civile in dem Lehrsatze des Suum cuique tribuere, 
aber von Nutzen, mit Leichtigkeit Vergleichungspunkte mit einer, 
gegründet sind. Daher ist denn auch die Actio „nihil 
in mancher Hinsicht mit Recht so berühmten Legislation, als der 
aliud, quam jus persequendi in judicio, quod sibi 
neuern Preußischen, auffinden zu können, und so wollen wir denn 
dieses Werk allen und jedem bestens empfohlen haben. 
debetur" (pr. J. 4, 6.). — So wie das wirkliche Recht 
Göttingen, in der Expedition der allgemeinen juristischen Zeitung. 
Max-Planck-Institut für
	        
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