Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
uti 
stische Zeitung. 
Herausgegeben 
von 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
Mittwoch, den 17. November 1830. 
*X 
Dritter Jahrgang. Nr. 92. 
Ueber die systematische Anordnung der Römi¬ 
für eine Darstellung sämmtlicher Institute des Römischen 
schen RechtsInstitute. 
PrivatRechts nicht berechnet ist, theils, daß jedes lebendige 
quellengemäße Studium des Römischen Rechts auch noth¬ 
wendig zu einer eigenthümlichen Gesammtauffassung desselben 
Erst seidem die s. g. TitelFolge der Institutionen und 
führen muß, die sich wiederum äußerlich in einer freien 
Pandecten ihre frühere Herrschaft in den civilistischen Vor¬ 
und unabhängigen Systematisirung geltend machen wird. 
trägen verloren hat, ist der Erforschung und äußern Dar¬ 
Daher darf auch unser Bestreben nicht dahin gehen, irgend 
stellung des innern Systems des Römischen PrivatRechts 
einem äußern Systeme als solchem eine sorgfältigere Ausbil¬ 
größere Sorgfalt gewidmet worden. Jedoch konnte es nicht 
dung und allgemeinere Anerkennung zu verschaffen, sondern 
fehlen, daß die eigenthümliche Richtung, welche die ganze 
vielmehr nur dahin, das in den natürlichen und positiven Ver¬ 
wissenschaftliche Auffassungsweise seit längerer Zeit bei uns 
hältnissen des Römischen PrivatRechts selbst begründete 
genommen hatte, sich vor allen auch hier äußern mußte. 
System immer deutlicher zu erkennen und reiner darzustellen. 
Man verfuhr nämlich auch hier sehr häufig rationa¬ 
Zu dem Ende ist völlige Freiheit und Unabhängigkeit der 
listisch, d. i. man bekümmerte sich wenig um die beson¬ 
Forschung auch hier das erste Erforderniß, so daß der Blick 
dere geschichtlich gebildete Eigenthümlichkeit, sondern strebt 
nur auf die Römischen Institute selbst und auf die Fäden, 
vor allen nur dahin, a priori das Natürliche zu finden 
durch die sie untereinander zusammenhangen, gerichtet seyn 
und das positive Römische Recht gut oder übel in ein s. g. logi¬ 
darf, alle ältern und neuern Systeme aber vorläufig unbe¬ 
sches System unterzubringen. Diejenigen, die in jenen Tagen 
rücksichtigt bleiben müssen, bis man nach gewonnener eigner 
die Ehre des Positiven auch in unserer Wissenschaft aufrecht 
Einsicht diese durch eine vollständige und den geschichtlichen 
erhielten, setzten jenen rationellen Systemen meistens das 
Gang nicht verschmähende Rücksicht, auf anderweitige ältere 
Römische Institutionensystem entgegen, das allmählich, sowoh 
und neuere Systeme prüft, berichtigt und sicher stellt. Daß 
mit Rücksicht auf die wahre positive Lage des heutigen Rö¬ 
nun aber dabei die naturalis ratio im Römischen Rechte 
mischen Rechts, als unter rationalistischem Einfluß zu dem 
nicht minder, als die civilis ratio berücksichtigt werden 
gegenwärtig so allgemein verbreiteten und beliebten s. g. 
muß, und daher auch die natürlichen Verhältnisse bürgerli¬ 
Hugo=Heiseschen Systeme ausgebildet ward. Wenn 
cher RechtsInstitute zu einander nicht unbeachtet bleiben 
wir nun gleich keinesweges das Wahre und Verdienstvolle 
dürfen, versteht sich von selbst; allein die eben so wesentliche 
dieses Systems in Abrede stellen wollen, so darf doch nicht 
Berücksichtigung des eigenthümlich Positiven gestattet nicht 
übersehen werden, theils, daß es seiner ursprünglichen Be¬ 
ein bloß logisches oder philosophisches Verfahren. Je mehr 
stimmung nach ein bloßes Institutionensystem ist, welches 
wir daher in das innere Wesen des Römischen Rechts ein¬ 
Max-Planck-Institut für
	        
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