Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
risische Zeitun 
g. 
1 
Herausgegeben 
o o n 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
—— 
Sonnabend, den 23. October 1830. - 
Dritter Jahrgang. Nr. 85. 
dieselbe *); mögen ihre Repräsentanten noch so oft sich än¬ 
Versuch einer Nachweisung der Anwendbarkeit 
dern, das Rechtsverhältniß wird nicht verrückt. Deshalb 
des Römischen Rechts auf die Verhältnisse der 
ist der Uebernehmer einer Handlung verbunden, für die vor 
heutigen HandlungsFirma. 
seinem Eintritte contrahirten Verpflichtungen einzustehen, 
Von 
gleichwie er auch die HandelsActiven einzufordern berechtigt 
Dr. juris Ludwig Höpfner in Stolpen bey Dresden. 
ist. Hierzu bedarf es keineswegs besonderer Verträge mit 
den Handlungsgläubigern oder einer Cession; es genügt die 
(Schluß.) 
öffentliche Bekanntmachung, daß ein neuer Repräsentant 
Ueberhaupt ist das innere Verhältniß eines Handelsvereins 
der Handlung beigetreten sey, so wie der Staat die bei sei¬ 
nach den Principien des Gesellschaftsvertrags zu betrachten. 
nen Aemtern neu installirten Personen den Unterthanen be¬ 
Gleich dem Theilnehmer selbst, dürfen nach dessen Tode die 
kannt macht. Dem Gläubiger bleibt unbenommen, aus 
Erben desselben nicht zur Unzeit aus dem Vereine treten *), 
Rücksichten auf die persönliche Qualität des Uebernehmers 
und der Tod des einen Mitglieds macht die Erklärung der 
seine Forderungen einzuheben; es stand ihm ja frei, auch 
andern nothwendig, daß sie die Handlung allein fortsetzen 
dem ersten Inhaber der Handlung das geschenkte Vertrauen 
werden **), denn der Tod löst die Gesellschaft auf ***). 
zu entziehen. Nichts aber ist folgerechter, als anzunehmen, 
Halten wir nun den Charakter der juridischen Person 
daß der Gläubiger, welcher nach der bekannt gemachten 
fest, welchen jedes Handelshaus nach Außen behauptet, so 
Veränderung nicht wenigstens protestirend aufgetreten ist, 
kann die Beurtheilung der Lage eines nen hinzutretenden 
den Uebernehmer der Handlung, gegen gänzliche Befreiung 
Theilnehmers und des Uebernehmers einer bisher von einem 
des vorherigen Inhabers, als seinen nunmehrigen Schuldner 
andern Kaufmanne betriebenen Handlung nicht schwer fallen. 
stillschweigend agnoscirt habe. — 
Jede juridische Person, nicht blos die Universitas, bleibt 
Ist nun durch vorliegenden Versuch behauptet worden, 
daß das Wesen des heutigen Handelsgeschäfts im Allgemeinen 
nicht minder nach Römischem, als nach Deutschem Rechte zu 
beurtheilen sey, so sind wir doch weit entfernt, der Deutschen 
) Bender Grundsäte des deutschen Handlungsrechts Bd. I. §. 151. 
Handlung ihren eigenthümlichen Charakter streitig zu machen, 
jct. 152.; fr. 40 et 63. §. 8. D. pro socio (XVII. 2.). 
**) Bender ebendas. §. 152. 
***) fr. 59. pr. D. ihid. Daß auch die Römer ihre RechtsIdeen der 
*) fr. 7. §. 2. D. quod cujuscunque universitat. (III. 4.), fr. 
Politik opfern, zeigt dasselbe Fragment mit Bezug auf die Ge¬ 
sellschaften der Publicani. 
76. D. de jud. (V. 42). 
Max-Planck-Institut f
	        
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