Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

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verschrien werden; der Ref. hält sich überzeugt, daß viele seiner 
förmlichen Klage hervortreten müsse? ward diese Verbindlich¬ 
Collegen, wenn sie gleich aus Gründen, die hier nicht erörtert 
keit dem ersteren zuerkannt. 
zu werden brauchen, ihre Ansicht nicht so gradezu aussprechen mö¬ 
Der 2te gleich darauf folgende Fall war folgender: 
gen, — doch nicht anders denken. Dies dürfte auch ganz natürlich 
Cajus errichtete auswärts, wo er starb, kurz vor seinem 
erscheinen, da es sich hier um einen Gegenstand handelt, hinsichtlich 
Ableben eine gerichtliche Schenkung unter den Lebendigen 
dessen uns fast alle Nachrichten mangeln, und daher immer nur 
Hypothesen aufgestellt werden können. Obengedachtes Buch von 
und schenkte durch solche seinem minderjährigen Enkel den 
Reimarus gibt darüber selbst den besten Beweis. Denn wenn 
ihm von seinem kurz vor ihm verstorbenen in der 2ten Ehe 
in demselben auch nicht grade die Grundansicht Blume's bestritten, 
gelebt habenden Eheweibe zugefallenen Kindestheil zum Stu¬ 
vielmehr vertheidigt worden ist: so findet sich doch der größte Theil 
diren, seine Tochter und Miterbin ab intestato neben jenem 
von Blume's Vermuthungen, worauf dieser seine Ansicht gebaut 
Enkel verweigerte indeß die Anerkennung dieser Schenkung. 
hat, auf das Entschiedenste widerlegt. 
Die Urkunde selbst hatte übrigens keinen sichtbaren Fehler 
Indessen muß man auf jeden Fall dem Verf. das Verdienst zu¬ 
und in Gefolge der kurzen Präliminardiscussion, wer hier¬ 
gestehen, daß er seinen Gegenstand mit Fleiß und Scharfsinn behan¬ 
delt habe; und wenn, nach des Ref. Dafürhalten, dessen ungeachtet 
unter mit einer Klage hervortreten müsse? ward diese Ver¬ 
kein gewisses und überzeugendes Resultat hat zu Tage gefördert 
bindlichkeit in diametralen Widerspruch mit der in dem er¬ 
werden können: so dürfte die Schuld davon lediglich in der Natur 
sten Falle ausgesprochenen Entscheidung dem in jener Schen¬ 
des Gegenstandes, keineswegs in dem Talente des Verf. zu 
ao 
kung bedachten Enkel zuerkannt. 
suchen seyn. 
Beide Entscheidungen sind übrigens, freilich gegen die 
Ins Einzelne zu gehen, erlaubt hier der verstattete Raum nicht, 
gesetzliche Vorschrift, ohne Entscheidungsgründe, da der in 
und nur so viel möge bemerkt werden, daß der Verf. bei seinen Un¬ 
tersuchungen auch Gelegenheit gehabt hat, ein höchst sorgfältig aus¬ 
der letzten Entscheidung aus dem Schreiben des Vaters seines 
gearbeitetes Verzeichniß der in den Pandecten und den Commenta¬ 
Sohnes, womit er jene Schenkung überreichte und aus den 
rien des Gaius enthaltenen Parallel Stellen zu Justinians In¬ 
Schlußworten: „sich jegliche rechtliche Zuständigkeit reser¬ 
stitutionen S. 48-59. mitzutheilen. Auch können wir nicht verheh¬ 
virend," für die freiwillige Uebernahme der so lästigen 
len, daß der Verf. hinsichtlich der S. 43. Not. 1. gemachten Be¬ 
Rolle des Klägers postulirte Grund rein null ist. Der gründ¬ 
merkung, auf der Göttingischen Bibliothek wohl Gelegenheit 
lichen Beleuchtung dieser so häufig vorkommenden Rechts¬ 
gehabt haben müßte, sich zu überzeugen, und zu S. 60., daß der 
frage sieht mit Sehnsucht entgegen 
Verf. wohl eine ältere Institutionen Ausgabe von Van de Water 
benutzt haben möge, indem in der Ausgabe von 1744 welche der 
ein Rechtsfreund. 
Ref. besitzt, wenigstens der zweite vom Verf. nachgewiesene Druck¬ 
fehler sich nicht vorfindet. 
Sehr auffallend ist es aber dem Ref. gewesen, daß der Verf. 
eine neuere Schrift, nämlich: de Tigerström de Ordine et Histo¬ 
ria Digestorum Libri duo. Berolini 1829. 8. VI. 562. worin die 
Blumsche Ansicht sehr ausführlich bestritten worden ist, — nicht 
Kurze Nachrichten von neuerschienenen juristi¬ 
im Mindesten berücksichtigt hat. Dem Verf. scheint, wie daher wohl 
schen Schriften. 
anzunehmen steht, diese Schrift unbekannt gewesen zu seyn; wie 
denn auch dem Ref. eine Anzeige davon in öffentlichen Blättern bis 
40) Bemerkungen und Hypothesen über die Inscriptionen Reihen 
jetzt noch nicht zu Gesicht gekommen ist, was um so mehr als auf¬ 
der Pandectenfragmente. Ein rechtsgeschichtlicher Versuch von G. 
fallend bemerkt zu werden verdient, als sie in Berlin herausgekom¬ 
A. Reimarus. Göttingen 1830. 8. X. 128. 
men, und ein namhafter Buchhändler (Reimer) sie verlegt hat. 
Der Titel des vorstehenden Werkchens besagt schon zum Theil, 
Sollte der Grund davon vielleicht in dem Umstande zu suchen seyn, 
was man darin zu erwarten habe, nämlich meistens — Hypothesen 
daß v. Tigerström darin eine Lieblingsansicht einiger neueren 
über die Art und Weise, wie die vom Kaiser Justinian angeord¬ 
Rechtslehrer zu widerlegen bemüht gewesen ist? Nicht desto weniger 
nete GesetzCommission bei Verfertigung der Pandecten zu Werke 
verdient dies Werk von v. Tigetström ein solches Stillschweigen 
gegangen seyn soll. Der Ref. gesteht aufrichtig, daß er den großen 
nicht, wenn man auch keineswegs geneigt seyn kann, seinen Be¬ 
Gewinn, welcher durch die, Anfangs etwas zu sehr gerühmte, s. g 
hauptungen überall beizutreten; auch bleibt immer so viel gewiß, daß 
Blumsche Entdeckung, unserer Kenntniß des Römischen Rechts 
eine Benutzung desselben keinen unvortheilhaften Einfluß auf die hier 
zuwachsen oder zugewachsen seyn soll, bis jetzt noch nicht hat ent¬ 
angezeigte Monographie von Reimarus geäußert haben dürfte. 
decken können. Mag eine solche Aeußerung immerhin als ketzerisch 
Uebrigens schließt der Ref. mit dem Wunsche, daß der Verf. die 
Max-Planck-Institut
	        
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