Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
ürisische Zeitung. 
Herausgegeben 
von 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock¬ 
Mittwoch, den 22. September 1830. 
—-— 
Dritter Jahrgang. Nr. 7 G. 
Ueber den Geist der Aedilitischen Gesetzgebung, 
Gesetzes läßt sich nur soviel behaupten, daß, wenn der Ver¬ 
namentlich in Beziehung auf Pferdehandel und 
käufer es mit einem ihm als solchen genau bekannten Pferde¬ 
den Fehler des Krippensetzens. 
kenner zu thun hat, der auf den ersten Blick aus der Be¬ 
Ein Rechtsfall nebst motivirter Entscheidung der Rostocker Juristen¬ 
schaffenheit der Zähne den Fehler des Pferdes erkennt, eine 
facultät, bearbeitet und mitgetheilt vom Herausgeber. 
Anzeige des Fehlers hier, wenn nicht besondere Umstände ein 
Anderes nöthig machen, nicht erforderlich sey, da die Be¬ 
schaffenheit der Zahne zur Genüge statt des Verkaufers redet 
(Schluß.) 
und der Käufer durch seine bekannte Wissenschaft hinreichend 
3. Der Implorant führt nun an, daß abgeschliffene 
vor Läsion gesichert ist. — Sobald aber der Verkäufer einen 
Zähne ein sicheres Zeichen des Krippensetzens seyen und be¬ 
solchen, ihm genau bekannten Pferdekenner nicht vor sich 
ruft sich dafür auf verschiedene Auctoritäten. Der Implo¬ 
hat, namentlich also einen Mann, der aus dem Pferdehan¬ 
rat stellt dagegen das Untrügliche dieses Zeichens in Abrede, 
del kein Gewerbe macht; so ist er offenbar als bonus Vir 
da alle alten Pferde abgeschliffene Zähne erhalten sollen. Wenn 
nicht berechtigt, die genaue Bekanntschaft mit den Fehlern 
nun gleich letztere Thatsache wohl begründet seyn möchte, si 
der Pferde und ihren Zeichen an den Zähnen als eine jeder¬ 
stellt dieselbe darum doch nicht in Abrede, daß abgeschliffene 
mann inwohnende Kenntniß vorauszusetzen. Selbst wenn er 
Zähne, wo sie bei einem anerkannt nicht alten Pferde gefun¬ 
auch von einem gewöhnlichen verständigen Manne, mit wel¬ 
den werden, als sichere Zeichen des Krippensetzens dienen 
chem er handelt, voraussetzen darf, daß er dem Pferde ins 
können. Allein über das Alter des in Frage stehenden Pfer¬ 
Maul gesehen habe, wenn auch nur, um sich zu überzeu¬ 
des findet sich in den Acten keine Nachweisung und somit 
gen, ob das Pferd überhaupt noch Zähne habe, so kann er 
fehlt es an der Anerkennung des Imploraten, daß abge¬ 
doch, wie die tägliche Erfahrung lehrt, darum nicht erwar¬ 
schliffene Zähne bei jedem Pferde ein untrügliches Kenn¬ 
ten, daß jedermann die Hieroglyphen Schrift der Zähne ge¬ 
zeichen des Krippensetzens seyen; welche Anerkennung um so 
hörig zu entziffern, namentlich rauhe und glatte Zähne zu 
nothwendiger ist, je weniger Implorant einen vollständigen 
unterscheiden, und aus letztern auf das Daseyn eines Krip¬ 
Beweis dieser factischen Behauptungen geliefert hat. 
pensetzers mit Sicherheit fofort zu schließen im Stande sey, 
4. Allein wenn auch abgeschliffene Zähne an sich ein 
— Von dem Käufer nun aber hinterher verlangen, daß er 
untrügliches Zeichen eines Krippensetzers wären, so frägt sich 
einen Kunstverständigen hätte zu Rathe ziehen sollen, wider¬ 
doch, ob das Daseyn desselben den Verkäufer unter allen 
spricht aufs Entschiedenste dem Grunde und Geiste des Ge¬ 
Umständen von der Pflicht freispricht, den Fehler des Pfer¬ 
setzes. Der Verkäufer soll den Fehler anzeigen, er mag ihn 
des anzugeben. Nach dem oben ausgeführten Grunde des 
kennen oder nicht; das ist die Regel, von der er nur 
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Max-Planck-Institut fü
	        
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