Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

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juristischen Literatur gehalten werden könne, dürfte wohl nicht zu 
„Grenzen dieses Werks überschreiten würde, dasselbe hier billig uner¬ 
bestreiten seyn, da uns ein Werk dieser Art, welches unter sorgfäl¬ 
„örtert bleibe". Allein aus dem gleichen Grunde hätte der Pf. 
tiger Benutzung aller neuern Materialien und Ansichten auch nur 
auch nicht auf 48 Seiten das Wechselrecht vortragen sollen. 
mäßigen Forderungen genügte, in der That bis jetzt noch fehlt. 
Was nun die Darstellung der einzelnen Lehren des St. u. BR. 
Durch das obengenannte Buch ist diesem Mangel aber auf 
selbst anbetrifft, (wobey aber dem Vf. die neusten Untersuchungen 
keine Weise abgeholfen. Der Vf. desselben besitzt freilich eine große 
häufig ganz unbekannt geblieben sind, z. B. Bender's Handels¬ 
Fingerfertigkeit und fördert dadurch fast jede Messe ein neues Werk 
recht, Pöhls Handelsrecht u. s. w. kennt er nicht): so besteht der 
zu Tage; allein, daß ein solches Verfahren wenig der Wissenschaft 
größte Theil des Inhalts aus demjenigen, was das Preußische 
zum Frommen gereicht, fällt in die Augen, und den besten Beweis 
Recht darüber bestimmt; so wie anderer Seits gar oft Sätze als 
hierfür liefert auch wirklich jenes neue Lehrbuch. 
allgemein geltend aufgestellt werden, welche offenbar nur im Par¬ 
Das Werk beginnt nicht unzweckmäßig mit einer Einleitung, 
ticular Recht begründet sind. Dabey werden denn auch oft Selchow 
eine Verfassungsgeschichte des Deutschen Städtewesens enthaltend. 
(Elementa j. g.) und Runde angeführt; dagegen Eichhorn und 
Was indessen davon zu halten sey, zeigt schon der Umstand, daß 
Mittermaier sucht man vergebens. Kurz der Ref. würde mit 
es hier, wo die Beweisstellen für jeden Satz so nothwendig waren, 
Tadeln nicht aufhören können, wollte er sich noch länger bey diesem 
fast ganz daran fehlt, und daß der Vf. es nicht verschmäht hat, ein 
Werke aufhalten; und nur das möge noch bemerkt werden, daß der 
Paarmal Rauschnick (das Bürgerthum und Städtewesen der 
Vf. eine ganz eigenthümliche Fertigkeit besitzt, die Namen der von 
Deutschen im Mittelalter) als Gewährsmann anzuführen, statt sich 
ihm angeführten Schriftsteller falsch zu schreiben. Da findet sich 
auf Hüllmann's treffliches Werk zu berufen, von dessen Benutz¬ 
unter andern ein Bachof, Lippenius, Griffander, Ma¬ 
ung sich weiter keine Spur findet, als daß der Titel bey der Lite¬ 
ckeldres, und unzählig andere verkehrt geschriebene Namen, ferner 
ratur des Stadtrechts (§. 111.) angegeben worden ist. 
bald Stryk, bald Stryck. Mögen hier nun auch oft Druckfehler 
Nach der Einleitung geht der Vf. zum Stadt- und Bürgerrecht 
(z. B. Breunig, Corning u. s. w.) zum Grunde liegen, so ist 
selbst über, welches er in zwei Theile getrennt hat, von denen 
dieses doch gewiß keineswegs immer der Fall und der Vf. trägt 
Th. I. die Städtischen Rechte, welche aus der Verfassung hervorge¬ 
häufig selbst die Schuld. Auch ist das sonst nicht schlecht gedruckte 
hen, umfaßt, Th. II. aber die Rechte und Pflichten der in die 
Buch noch von andern sehr groben Druckfehlern, die unter den am 
Städtischen Gemeinden aufgenommenen Bürger im Allgemeinen 
Ende befindlichen Verbesserungen nicht angegeben sind, nicht im 
vorträgt, wobey denn auch das Wechselrecht ausführlich abgehandelt 
Geringsten frey, wohin z. B. pecunia mutatia u. s. w. gehört. 
wird. Am Ende des zweiten Theils befindet sich außer dem Register 
noch ein Nachtrag von 30 Seiten, welche einen Abdruck aus dem 
Preußischen Landrecht, von den die Handwerker und Zünfte betreffen¬ 
Miscelle. 
den Paragraphen enthalten. Dem ersten Theile gehen voran, allge¬ 
mein vorbereitende Rechtslehren, worin von den Quellen, Hülfs¬ 
Ueber den Geist der französischen Advocatur. 
wissenschaften und der Literatur des St. u. BR. gehandelt wird. Anstatt 
es aber hier, wie Eisenhart zu machen, und hinsichtlich des 
Ein französischer Advocat, welcher bey einem der Tribunale des 
Allgemeinen auf die neusten Lehrbücher zu verweisen und nur das 
Departement de l' Isère plädirt, bekannt durch mehrere mit Recht 
für St. u. BR. Eigenthümliche ausführlich anzugeben, hat der Vf. 
sehr geschätzte Werke, wurde kürzlich von einer bedeutenden Person 
um die Bogenzahl zu vermehren, die allgemeinen Quellen des Deut¬ 
in Deutschland reclamirt, die sich seinen Vater nennt, und dies durch 
unwiderlegbare Beweise darthut. Dieser Vater, welcher seinem Sohn 
schen PrivatRechts S. 116-148. sehr weitläufig vorgetragen. Ein 
das Geheimniß seiner Geburt 30 Jahre verschwieg, verlangte von 
gleiches Verfahren ist auch bey Angabe der Hülfswissenschaften 
diesem den alsbaldigen Verzicht auf seine Eigenschaft als Franzose 
und Advocat, ein Geschäft, worin er sich bisher anerkannte Ver¬ 
S. 152-161. beobachtet; und die am Schlusse, in §. 111. enthaltene 
dienste erworben und durch Grundsätze, welche auf eine weise Frei¬ 
Literatur des St. u. BR. in keiner Hinsicht geeignet, auf Empfehlung 
heit gestützt waren, sich ausgezeichnet hatte. — Gegen diese Ver¬ 
Anspruch machen zu können. So z. B. wird hier Dreyer Spec. 
zichtleistung auf sein Vaterland, sein Geschäft und seine Grundsätze, 
jur. publ. circa jus naufragii und Kuricke Jus maritimum 
die man revolutionär nannte, sicherte ihm der Vater die Nachfolge 
in eins der höchsten Reichsämter und in ein bedeutendes Vermögen 
hanseaticum angeführt, und in einer Anmerkung das erste Werk 
zu. Alle diese Vortheile verhinderten den wackeren Advocaten nicht, 
als ausgezeichnet gelobt. Was nun aber beide Schriften in der 
rühig und mit Würde zu erwiedern, daß er stets für seinen Vater 
die schuldige Achtung und Verehrung hegen würde, aber daß Frank¬ 
Literatur des St. u. BR. hier sollen, dürfte schwer anzugeben seyn, wenn 
reich sein Vaterland, daß er seinem Stande zugethan sey, und daß 
man hört, daß in beyden Theilen des Schillingschen Buchs, 
die Aussicht auf die höchsten Würden, und die größten Reichthümer 
vom Seerecht nichts weiter vorkommt, als Th. II. §. 408. die sehr 
nie seine Liebe zur Freiheit aufheben würden. Nachdem der vor¬ 
nehme Herr diese Antwort empfangen, verließ er seinen Sohn, 
wichtige Notiz: „Wechsel- und Seerecht sind Hauptzweige des Han¬ 
ohne Abschied von ihm zu nehmen. 
„delsrechts". Und in §. 508. Anmerk. 2. Die Bemerkung, „daß, 
(Eingesandt aus der Gazette des Tribuuaux No. 1299. von 
„da das Seerecht eine ganz eigne Lehre bilde, deren Abhandlung die 
8 October 1829.) 
Göttingen, in der Expedition der allgemeinen juristischen Zeitung. 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für
	        
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