Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
stische Zeitung. 
Herausgegeben 
von 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
Mittwoch, den 8. September 1830. 
14— 
Dritter Jahrgang. Nr. 72. 
Ist der für einen Rechnungsführer eingetretene 
gleich letztere (im Gegensatze der Stipulatio juris civilis bei 
Bürge von der Zahlungsverbindlichkeit frei zu 
der ältern Sponsio und Fidepromissio) eine Stipulatio 
sprechen, wenn der Gläubiger oder Kassenherr 
juris gentium war, dennoch, gleich jeder andern Stipula¬ 
sich bei der Aufsicht über den Rechnungsführer 
tio, die Natur eines Negotium stricti jnris hatte, dergestalt, 
eine Nachlässigkeit hat zu Schulden kom¬ 
daß nichts weiter zur Prästation kommen konnte, als was in 
men lassen? 
der Stipulatio enthalten gewesen. Hiernach konnte von be¬ 
sondern obligatorischen Verpflichtungen des Gläubigers oder 
Stipulator nicht die Rede seyn; eben weil er sich nur vom 
Bürgen etwas versprechen ließ, nicht selbst etwas versprach. 
Diese in der Praris nicht selten vorkommende Frage, ist 
in der Theorie noch wenig erörtert. Nur in zwei, die Han¬ 
Daher beruhten auch die Rechte des Bürgen gegen den 
Gläubiger auf besonderen gesetzlichen Beneficia, so daß der 
növrische Rechtspflege betreffenden Werken ist, jedoch auf 
Bürge sich nicht auf die dem Gläubiger obliegenden obliga¬ 
eine ungenügende Weise und mit widersprechenden Ergeb¬ 
torischen Verbindlichkeiten zu berufen hatte, sondern auf die 
nissen eine Beantwortung unternommen worden. In von 
Bülow und Hagemanns practischen Erörterungen (B. 
ihm, dem Bürgen, gegen den Gläubiger zustehenden gesetz¬ 
II, Nr. 10) wird die Frage bejaht; in Gans Zeitschrift 
lichen Rechtswohlthaten. Wollte aber der Bürge die Bürg¬ 
schaft nur unter der Bedingung übernehmen, daß der Gläu¬ 
für Civil- und Criminal Rechtspflege in Hannover, in einer 
biger auch seiner Seits sich zu gewissen Prästationen ver¬ 
Abhandlung von v. Bothmer (Bd. I, Nr. 3.) verneint. 
pflichte; so mußte diese Bedingung ausdrücklich in die Sti¬ 
Ungeachtet bei Bülow und Hagemann sich ein für die Be¬ 
pulation aufgenommen werden; weil dieselbe als ein Nego¬ 
jahung lautendes Erkenntniß des Ober AppellationsGe¬ 
tium stricti juris keine Supplirungen nach der Billigkeit oder 
richtes in Celle findet; so erhellt daraus doch noch kei¬ 
der bona fides zuließ. Namentlich war dieß der Fall, 
nesweges eine bindende Praxis für die Hannövrischen Ge¬ 
wenn der Bürge bewirken wollte, daß der Gläubiger den 
richte; weshalb für diese, wie für die Gerichte anderer Län¬ 
Hauptschuldner mahnen, die erhaltenen Pfänder verkaufen 
der des gemeinen CivilRechts eine mehr genügende theoreti¬ 
sollte, u. s. w. Denn wenn die Stipulation hierüber nichts 
sche Erörterung noch immer Bedürfniß ist; zu welcher nach¬ 
enthalten hatte, so stand es dem Bürgen nur frei, dem 
folgender Versuch einen Beitrag liefern mag. Justinianei¬ 
Gläubiger zur Erreichung jener Absicht Vorstellungen zu 
sches und heutiges Recht sind vor allen zu unterscheiden. 
machen; er konnte ihn aber, wenn derselbe diese Vorstellun¬ 
A.-Das Justinianeische Recht anlangend, so ist 
gen unbeachtet ließ, und nun gegen den Bürgen auf Zah¬ 
bekannt, daß nach demselben die Fidejussion stets auf 
lung klagte, nicht die Exceptio doli opponiren, weil der 
einer Stipulation beruhte, und schon deswegen, wenn 
Max-Planck-Institut fü
	        
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