Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

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An den achtb. Sir Charles Chambers, Ritter rc. und den achtb. 
„Wenn wir hier kurz die ausgezeichnetesten Züge in der Ver¬ 
waltung des Sir Edw. West berühren, so können wir auch nur mit 
Sir John Peter Grant, Ritter rc. Richter am Königlichen Ober¬ 
dankbarer Freude bei dem leichten Zutritt verweilen den dieser men¬ 
Tribunal zu Bombay. 
schenfreundliche und ehrenwerthe Richter den Armen und Nothlei¬ 
„Mo Lords — Wir die unterzeichneten Mitglieder der verschie¬ 
denden unter unseren Landsleuten zu jeder Zeit gewährte. Daß er 
denen Stämme welche die eingeborene Gemeinde unter der Ge¬ 
die Rechtspflege minder kostspielig für die Einwohner dieses Di¬ 
richtsbarkeit des Königl. Ober Tribunals zu Bombay bilden, er¬ 
strictes gemacht, und so auch der ärmeren Klasse die ihr lange ver¬ 
lauben uns ehrfurchtsvoll uns an dieses hochachtbare Gericht zu 
schlossenen Zugänge zu den Gerichtshallen eröffnet hat, ist nicht der 
wenden, um dem Andenken Ihres jetzt abgeschiedenen Collegen, 
geringste unter den Vorzügen einer an Wohlthaten so reichen Lauf¬ 
unseres geehrten Oberrichters, des Sir Edw. West, den letzten 
bahn. Aber groß und heilsam wie diese Verbesserung war, so ge¬ 
wehmüthigen Tribut unserer Liebe zu bringen. Wir wissen wohl 
nügte sie doch nicht dem von Menschenliebe glühenden Geiste, der 
daß es etwas bis jetzt Unerhörtes ist, daß das Volk sich bei einer 
immer nur bedacht war zu ersinnen, und thätig auszuführen, was 
solchen Gelegenheit öffentlich an ein Englisches Gericht wendet; aber 
dazu dienen könnte die Noth seiner Mitmenschen zu lindern, oder 
es ist nicht minder etwas Unerhörtes (wie doch Mehrere unter uns 
ihr Glück zu erhöhen. Gewissenhaft in der Erfüllung seiner hohen 
es wirklich erlebt haben) in dem kurzen Zeitraume von 29 Jahren, 
Pflichten als Richter, die allein schon, selbst für seinen energischen 
seit der Einführung eines ordentlichen Brittischen Gerichtshofes auf 
Sinn, zu schwer schienen, fand er noch Muße, und hatte die Her 
dieser Insel, von allen den Uebeln einer unwirksamen und unregel¬ 
ablassung selbst der Anwald für Dürftige zu werden." 
mäßigen JustizVerwaltung erlöst worden zu seyn". 
„Aber unter den vielen großen Wohlthaten die wir aus den 
„Dankbar für solche Wohlthaten ergreifen wir die Wege, die 
Händen des Sir Edward West empfangen haben, ist die für welche 
allein einer Gemeinde, wie der unsrigen frei stehen, um öffentlich 
wir unsere Dankbarkeit vorzüglich aussprechen möchten, die Art 
wie er, in Verbindung mit Ihnen, die neuerliche Verfügung der 
unsere Gefühle auszusprechen; und wir würden uns in der That 
Brittischen Gesetzgebung in Ausführung gebracht hat, wodurch den 
den Vorwurf der Unempfindlichkeit mit Recht zuziehen, wenn wir 
Eingeborenen dieses Landes das Recht eingeräumt wird als Geschwo¬ 
stillschweigend den Kummer, die ungeheuchelte Trauer in unsere 
rene zu sitzen. Die weisen und versöhnlichen Maßregeln welche er 
ergriff um den Absichten des Parlamentes Wirksamkeit zu geben, - 
Brust verschließen wollten, welche wir über den Verlust dessen em¬ 
die Herablassung mit der er eine jede Classe der Eingeborenen zu Rathe 
pfinden, von dem jene Wohlthaten uns in so reichem Maße ertheilt 
zog, — die verständige Rücksicht die er ihren nationalen und reli¬ 
worden sind. Indem wir solchergestalt unsere Trauer um den Tod 
gidsen Gefühlen schenkte, — der Eifer mit dem er strebte die zahl¬ 
losen Schwierigkeiten zu besiegen welche die verschiedenartigen Ein¬ 
des Sir Edw. West aussprechen; suchen wir selbst einen Balsam 
richtungen unserer Gemeinden herbeiführten, und die Sorge welche 
für unseren Schmerz, und möchten uns gern mit der Hoffnung 
er bewies, damit die Absichten jener Verfügung in ihrem wahren 
schmeicheln Ihnen eine Exleichterung für den Kummer zu bringen 
Lichte erscheinen möchten, — alles dieses ist lebendig in unserer 
Aller Erinnerung. Diesen Bemühungen sind wir es schuldig, daß 
mit dem Sie Ihre Trennung auf Erden von einem Collegen be¬ 
die Eingeborenen von Bombay jetzt im Genuß eines der größten 
trachten müssen, der so geschickt als unermüdlich, so unbeugsam als 
Vorrechte freier Männer sich befinden". 
rechtschaffen war". 
„Unfehlbar muß der tugendhafte und erleuchtete Charakter des 
weiland Oberrichters bei einer großen Zahl unserer Landsleute in 
„Die Zeit ist vorbet wo irgend ein Lob von unserer Seite, oder 
ganz Indien bekannt gewesen seyn; aber nur den Einwohnern dieser 
überhaupt eine irdische Ehre von Werth für den seyn können, den 
Insel ist es vergönnt gewesen die unmittelbaren Früchte seinen 
die Freuden und Leiden dieser Welt nicht länger treffen; und der 
ausgezeichneten Verwaltung zu genießen. Wie mangelhaft auch ein 
jeder fernere Zusatz zu dieser Bezeugung unseres tiefen Leidwesens 
daher eben so hoch über menschlichen Tadel als menschliches Lob 
über seinen Hintritt, und unserer Hochachtung für sein Andenken 
erhaben ist. Aber wir würden eben so sehr unserer Pflicht als der 
erscheinen mag, so erlauben wir uns doch noch anzuzeigen, das 
Dankbarkeit zu ermangeln glauben, wenn wir nicht jetzt, wo unsere 
wir eine Summe Geldes zusammen gebracht haben um sie der Na 
tive Education Society (Gesellschaft für die Erziehung von Ein¬ 
Beweggründe keiner Mißdeutung unterliegen können, auftreter 
gebornen) zu übermachen, damit dafür ein oder mehrere Stipen¬ 
wollten um zu zeigen wie tief seine tugendhafte Verwaltung sich 
dien gestiftet, und ein oder mehrere jährliche Preise ausgesetzt wer¬ 
unsern Gemüthern eingeprägt hat. Der Geist der unpartheyischer 
den, je nach dem Betrage der jjährlich dafür eingehenden Zinsen 
und daß dieser Fonds Chief Justice West's Scholarships and Pri¬ 
Gerechtigkeit welcher seine Entscheidungen beseelte — die unbezwing¬ 
zes' (Stipendien und Preise des Oberrichters West) benannt werden. 
liche Ausdauer und unerschütterliche Festigkeit welche er in der Er¬ 
Bei dem angelegentlichen Streben des weiland Oberrichters der 
füllung der Pflichten seines hohen Postens bewies — der Eifer der 
Zustand der Eingeborenen zu verbessern, hoffen wir ehrerbietigst die 
dauerhafteste und angemessenste Methode getroffen zu haben um sein 
ihn bei seinen heilsamen Reformen belebte und den keine Hindernisse 
dankbares Andenken unter ihnen zu erhalten, und unsere Kinder 
abzuschrecken vermochten, — vor allen aber der hohe Sinn für 
zu der tüchtigen Erfüllung der Pflichten gegen den Staat aufzuerzie. 
Unabhängigkeit und Rechtlichkeit der ihn so oft sein häusliches Glück 
hen, zu denen er ihnen zuerst den Weg vorgezeichnet hat. 
Im festen Vertrauen auf die forwährende Gewogenheit Ew 
der gewissenhaften Erfüllung seiner Pflicht aufopfern ließ, — die¬ 
Herrlichkeiten, verharren wir rc. 
ses, My Lords, sind die Tugenden, welche sich unserer Dankbarkeit 
Bombay, den 1t Oct. 1828. 
aufdringen, da eines jeden Tages Erfahrung uns lehrt ihren 
(Unterzeichnet von etwa 140 der angesehensten Hindu, Parser 
und Mahomedaner, Kaufleute und Einwohner zu Vombay). 
Werth zu schätzen. 
Göttingen, in der Expedition der allgemeinen juristischen Zeitung. 
Staatsbibliothe 
Max-Planck-Institut für
	        
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