Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

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sprechen, und wählen deshalb die Form eine: Bittschrift. 
„terließen, (welches selbst nicht immer zu vermeiden war, 
Eine besondere Aufforderung fanden sie auch in den, einem 
„wenn wir es suchten) stellte sich unser Leben uns 
erhabenen Fürsten zugeschriebenen Worten, nach denen „jeder, 
„dar, als Eine große Lüge, die wir unseres 
„der übrigens die Pflichten eines guten Unterthanen und Bür¬ 
„Zeitlichen Wohles wegen, dasewige verachtend, 
„gers beobachtet, im Lande geduldet werden, und wie schon 
„begingen. Dieses Bewußtseyn ist jedem, nicht ganz 
„bisher die nichtchristlichen Bewohner mehrerer ehristlichen 
„verworfenen Menschen verzweiflungsvoll; denselben zu en¬ 
„Länder, die Rechte eines Bürgers genießen und freie Uebung 
„digen haben wir den Schritt zu wagen beschlossen, Ew. 
„seiner Religion haben soll, über deren Inhalt er sich 
„Königl. Majestät von unserem wahren Gemüthszustande 
„nuroffen aus zuweisen hat." (Dreifaches Gutachten 
„in Kenntniß zu setzen, und um Maaßregeln zu bitten, 
nebst einem Fürstlichen Endurtheil u. s. w. Leipzig, 1830.) — 
„welche es uns möglich machen, als redliche Männer im 
In dem Entwurf der Bittschrift selbst bitten die unge¬ 
„Staate zu leben und zu wirken." — Dem Einwurfe, 
nannten Verfasser zunächst um Schutz in der Freiheit der 
daß es ihnen ja freistehe, zu einer andern Religions Parthey, 
innern religiösen Ueberzeugung. — Nur der Umstand, daß 
ja zu einer andern Religion überzutreten, begegnen die 
es kein Land gibt, wo factisch mehr Toleranz herrrscht, als 
Bittsteller dadurch, daß sie bemerklich machen, wie sie zwar 
in den protestantischen Staaten Deutschlands, macht sie so 
in allen existirenden Confessionen und Religionen ihre An¬ 
kühn, diese Bittschrift einzureichen, „welche in vielen an¬ 
sichten wiederfänden, insofern von den Grundwahrheiten die 
„dern Ländern nur Thoren oder mit dem Geist ihrer Re¬ 
Rede sey, welche eine jede Religion zur Religion machten; 
„gierung völlig Unkündige wagen würden." Eine einfache 
daß sie sie aber in keiner so ausgesprochen fänden, daß sie 
Darstellung ihrer Lage soll die richtige Beurtheilung ihrer 
sich ohne innern Widerspruch zu denselben bekennen könnten. 
Bitte erleichtern. 8Der größte Theil der unterzeichneten 
Denn daß die Christlichen Formen, die religiösen Ideen ein¬ 
„Bittsteller," „führen sie an, ist von Christlichen Aeltern 
zukleiden, ausschließend wahr und beseligend seyen, 
„Lutherischer Confession erzeugt, in den ReligionsBegriffen 
könnten sie nicht mit ihrer Ueberzeugung vereinen; da die 
„dieser Kirche unterrichtet und aufgewachsen und später durch 
Formen, worin die Menschen das Ewige kleideten, verschie¬ 
„die Confirmation in dieselbe aufgenommen. Mochten 
den und wandelbar seyen. Die Frage, ob sie denn überall 
„nun zur Zeit dieser Aufnahme von den Glaubenslehren der 
noch Christen seyen, könnten sie nicht mit einem einfachen 
„Lutherischen Kirche durchdrungen gewesen seyn, oder nicht 
Ja oder Nein beseitigen; nur träten sie jetzt nicht als 
„so stellte sich doch bei ihnen allen auf gleiche Weise bald 
Christen auf, da auch Israeliten unter ihnen seyen, die 
keinesweges geneigt wären, ihren so zu sagen angebornen 
„eine mehr oder minder beträchtliche Abweichung ihrer religiö¬ 
Glauben gegen das Christenthum zu vertauschen. Sie verei¬ 
„sen Ansichten von denjenigen ein, welche die Kirche, in 
nige hier nur der negative Wunsch, nicht länger für Mit¬ 
„welcher sie äußerlich lebten verlangt oder voraussetzt; mit 
glieder von kirchlichen Gemeinschaften, seyen es Christliche 
„andern Worten: sie erkannten, daß sie nach den 
oder Jüdische, angesehen zu werden, denen sie ihrem Glau¬ 
„Begriffen der Kirche keine Christen wären. E¬ 
ben nach nicht angehörten. — Sie wünschen, ohne eine 
„ist den Bittstellern nun freilich nicht zweifelhaft, daß es 
vom Staate anerkannte religiöse Verbindung zu leben, es je¬ 
„mehrere, vielleicht eine sehr große Anzahl solcher bloß äu¬ 
dem Einzelnen überlassend, sich religiös zu erbauen in ei¬ 
„ßerlichen Christen aller Confessionen auch in den Staaten 
ner Weise, die seiner Eigenthümlichkeit am Meisten entspreche, 
„Ew. Königl. Majestät gibt und längst gegeben hat. Aber 
mit Menschen, mit denen es ihm am Besten gefalle. Aber 
„Beispiele dieser Art waren nicht im Stande, unsere Ge¬ 
sie wollen deshalb nicht die mit der Theilnahme an kirch¬ 
„wissensunruhe in Schlaf zu wiegen, welche der Zwiespalt 
lichen Gemeinschaften verknüpften Rechte, wie z. B. die der 
„unsers Jnnern mit dem Scheine, den wir vor uns trugen, 
gerichtlichen Eide, verlieren, wollen im Besitze der vollen 
„so natürlich erzeugen mußte. Es kam uns vor, — und 
bürgerlichen Rechte bleiben. Sie hoffen, daß sich ein voll¬ 
„dies lastete, wahren, rechtgläubigen Christen gegenüber, 
kommener Ersatz ausmitteln lasse, für das, was durch einen 
„doppelt schwer auf unsern Herzen — es kam uns vor, als 
solchen Austritt einiger Unterthanen aus aller kirchlichen Ge¬ 
„heuchelten wir religiöse Ueberzeugungen, die wir nicht hat¬ 
„ten; ja, wenn wir auch öffentlichen Andachten nicht bei¬ 
meinschaft dem Staate Nachtheiliges erwüchse. Die Kirche 
„wohnten, oder die Gebräuche der Kirche mitzumachen un¬ 
hingegen könne es nach ihrem Dafürhalten nicht als einen 
Max-Planck-Institut für
	        
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