Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
ütisische Zeitung. 
Herausgegeben 
von 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
Mittwoch, den 1. September 1830. — 
Dritter Jahrgang. Nr. 70. 
Bedürfen wir einer neuen StrafrechtsTheorie? 
und Ungerechtigkeit innerlich zerstört und vernichtet wird, 
und daher die Nothwendigkeit eines gerechten und heiligen Le¬ 
bens selbst innig erkennt, so gilt dieses vor allen auch und 
Diese Frage ist mit Nein! oder Jal zu beantworten, je¬ 
noch im höhern Maaße vom Volke. Es muß der Sünde 
nachdem wir den Begriff der Theorie überhaupt auffassen.— 
und Ungerechtigkeit wehren wo und wie es kann. Die Pre¬ 
Bleiben wir innerhalb der seitherigen s. g. philosophischen 
digt in der Kirche, der ReligionsUnterricht in der Schule, 
Theorien stehen, und handelt es sich nur darum, aus einer 
die polizeyliche und richterliche Gewalt im Staate, die väter¬ 
neuen Combination oder Modification von Abschreckung, 
liche und hausherrliche Zucht im Hause — alles dieß ist in 
Besserung, Prävention, und wie diese einseitig, oder pseudo¬ 
der Nation und ihrer nothwendigen Selbstvertheidigung gegen 
philosophisch aufgefaßten Zwecke alle heißen, eine neue Theo¬ 
Sünde und Unordnung aller Art gegründet. — Vor allen 
rie im Geure der alten aufzustellen; so behüte uns der Him¬ 
tritt die Nation aber in der Strafgesetzgebung und 
mel vor jeder neuen Mißgeburt dieser Art. Denn leider 
Strafvollziehung des Staates in ihrem Ernst und 
hat dieses rationalistische Spiel uns fast, wie im Gebiete der 
Eifer auf für die Erhaltung eines heiligen gerechten und 
Religion um unsern Christlichen Glauben, so im Gebiete des 
friedlichen Daseyns, das durch keine Gräuel und Todsünden 
Strafrechts um unser nationales Rechtsbewußtseyn 
geschändet, noch durch anderweitige Verbrechen in seinem 
gebracht. Denn wie die Predigt den Christlichen Glauben 
Frieden gestört werden soll. Nur feierlicher ernster Ausdruck 
stützt und nährt, so die Strafe das nationale Rechtsgefühl; 
dieses innern heiligen und rechtlichen Lebens der Nation ist 
so wie aber die Predigt, soll sie ihren Zweck nicht gänzlich 
die Strafe, sowohl ihrer Androhung, als Vollziehung nach; 
verfehlen und nicht statt wohlthätig, feindselig einwirken, 
nur daß freilich diese nothwendig erfolgende Aeußerung 
selbst im Glauben wurzeln muß, so die Strafe im Rechts¬ 
auch wohlthätig auf das Ganze und die Einzelnen zurück¬ 
gefühl und Rechtsbewußtseyn der Nation. Nicht der Staat 
wirkt, indem das Ganze sich seines rechtlichen Seyns und 
als ein großes Zucht- und Arbeitshaus ist es, welcher straft, 
Willens bewußt wird, der Einzelne aber in diesem Ausspruch 
sondern der Staat, als die in ihrer Gesammtheit und ihrem 
seines eignen innersten rechtlichen Lebens an dieses eindrück¬ 
Gesammtwillen hervortretende Nation. Nicht um dieses oder 
lich gemahnt, zum treuen Festhalten daran, oder zur Rück¬ 
jenes äußern Zweckes willen straft die Nation, sondern mit 
kehr von bösen Abwegen erinnert, und eben dadurch auch 
innerer Nothwendigkeit um ihrer selbst, um ihres innersten 
vor dem Aergernisse bewahrt wird, was sonst unumgänglich 
heiligsten Daseyns willen. Wie jede andere von Gott gestif¬ 
jedes offenkundige und unbestraft gebliebene Verbrechen ge¬ 
tete, in der Natur des Menschenlebens wesentlich begründete 
ben muß. 
Genossenschaft, von der Ehe und Familie an, durch Sünde 
Eine Theorie, die diesen so sehr übersehenen Znsammen¬ 
Max-Planck-Institu
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer