Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
jürisische Zeitung. 
Herausgegeben 
pon 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
Mittwoch, den 28. July 1830. 
Dritter Jahrgang. Nr. 6O. 
Rechtsfall, das obrigkeitliche Einschreiten 
Allein das Uebergewicht der Stimmen fiel dennoch auf 
wider die Destitution eines Testaments be¬ 
die andere Seite. Hier mehrere der angestellten Betrachtungen: 
treffend. 
1. Der Digestentitel si quis omissa XXIX. 4. hat 
bloß die Tendenz, die im Testamente Bedachten sollen 
durch Ausschlagung der dem nächsten Blutsverwandten defe¬ 
(Schluß.) 
rirten TestamentsErbschaft nicht verkürzt werden: 1. 17. §. 1. 
D. XXIX. 2. 1. 12. §. 5. D. XXXVIII. 2. 
Hier siegte jedoch leicht die verneinende Meinung; 
man ist jetzt [S. J. W. A. Pauli (praes. P. J. Hei¬ 
2. Man kann mit den Schlußworten der 1. 22. D. 
sler) Diss. argum. supradict. Hal. 1754. §. 20. Höpf¬ 
XXIX, 4. füglich sagen: sua culpa testatrix fecit, ut 
ner Comment. §. 603. Not. 2. Thibaut Pand. §. 769. 
heredes causam testamenti impune omittere possint, 
1. f. ed. 7.] gegen Cramer (obs. I. 11.) darüber einig, 
m. a. O. Frau von X. hätte für den Fall des Ungehorsams 
daß die Umstände im einzelnen Falle erst jener Regel 
ihrer Söhne sie auf den Pflichttheil setzen und im Uebrigen 
Gültigkeit verschaffen können, und unsere Frau von X. hat 
andere Erben ernennen sollen. 
ja, daß sie im §. 3. für ihre Nachkommen — liberi 1.220. 
3. Auch elterliche Testamente können destituirt werden 
D. L. 16. — eine bindende Norm ihrerseits durch Fidei¬ 
durch einen Schritt, wie ihn die jungen von X. thaten: 
commißStiftung zu begründen keineswegs die Absicht hege, 
1. 1. §. 7. 1. 21. D. XXIX. 4. Der Fall, da Kinder, um 
durch den §. 6. unwiderlegbar erklärt, wo sie eben diese An¬ 
sich einer im elterlichen Testament ihnen gesetzten lästigen 
ordnung durch bloßen Wunsch ihren Söhnen heimstellt. 
Bedingung zu entziehen, die Causam testamenti verlassen, ist 
B. Liegt in der dem Obergericht übertragenen Testa¬ 
im Pandekten Titel de his quae ut indignis XXXIV. 9. 
mentserecutorschaft nicht nebst dem Rechte auch die 
unter den Causis indignitatis nicht aufgeführt. 
Pflicht, das Testament nicht sinken zu lassen? 
4. Die Nov. 1. änderte hierin nichts am bisherigen 
Manche erhebliche Momente fanden sich für die Affir¬ 
Rechte; sie bezweckt nach der Einleitung nur, zu verhüten, 
mative bei S. P. Gans Zeitschr. für Civil= und Cximinal¬ 
daß keiner, dem ein Vortheil aus dem letzten Willen, als 
Rechtspflege im Königreich Hannover Bd. 1. 1826. Heft 
Honorato, zugedacht ist, ihn verliere, und es läßt sich 
3. Nr. 19. C. F. Elvers Erörter. aus der Lehre von der 
kaum behaupten, daß Frau von X. die Absicht gehabt habe, 
testamentarischen Erbfähigkeit 1827. und schon bei G. L 
durch die Einrichtung, welche sie vorschrieb, die Curatoren, 
Madihn Miscellen aus allen Theilen der Rechtsgel. 1815. 
oder das Collegium, das sie bestellen sollte, zu begünstigen: 
Nr. 18., der einen fast gleichen Fall erzählt. 
1. 11. §. 22. D. XXXII. v. Wening Civ. R. Buch V. 
Max-Planck-inst
	        
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