Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
uristische Zeitung. 
Herausgegeben 
von 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
—X 
Dritter Jahrgang. Nr. 58. 
Mittwoch, den 21. July 1830. 
dieser das bis dahin Versäumte nachholen könnte. — Wenn 
Ueber die obrigkeitliche Supplirung des väter¬ 
der Vater nun aber nach seinem Ermessen dafürhält, daß 
lichen EheConsenses. 
der Besuch eines landwirthschaftlichen Instituts, in welchem 
Ein Rechtsfall, nebst rechtlicher Entscheidung und Beurtheilung 
die Oeconomie zugleich wissenschaftlich gelernt wird, dem 
desselben durch die Rostocker Juristen Facultät. 
Sohne vortheilhafter seyn würde, als die bloße praktische 
Vom Herausgeber. 
Anleitung, welche er seither erhalten hat; so ist der Sohn 
verpflichtet, hinsichtlich dieser dem EheConsense hinzugefügten 
(Schluß.) 
Bedingung, der größern Erfahrung und der bessern Einsicht 
seines Vaters zu vertrauen, und den Weg einzuschlagen, 
Denn zunächst können wir es nach dem Vorhergehenden 
den dieser für den richtigern hält. Das Gericht muß eben¬ 
nicht billigen, wenn es in dem ersten Erkenntnisse heißt, 
falls, so lange das Zweckwidrige und Unangemessene der 
daß nur etwa der Mangel des nöthigen Auskommens als 
vom Vater zur Bedingung gesetzten Anordnung nicht klar 
gerechte erhebliche Ursache des zu verweigernden EheConsenses 
vorliegt, der Einsicht des Vaters vertrauen, zumal da er 
aufzunehmen stehe. Das Glück der Ehe kann auch durch 
allein bei dem zum Heile des Sohnes einzuschlagenden Wege 
mancherlei Anderes getrübt werden, namentlich dadurch, daß 
die Persönlichkeit des Sohnes und das Individuelle der Ver¬ 
die unzeitig geschlossene Ehe den Mann verhindert hat, die¬ 
hältnisse gehörig zu berücksichtigen vermag. — Allein auch 
jenigen Kenntnisse zu erwerben, die erforderlich sind, um 
aus allgemeinen Gründen der Zweckmäßigkeit, rechtfertigt sich 
seinen eignen PribatVerhältnissen in Zukunft gehörig vorzu¬ 
die vom Imploraten getroffene Anordnung.- 
stehen, oder um den Erwartungen zu entsprechen, welche 
Wenn auch die theoretische Beschäftigung mit der Land¬ 
Staat und Mitbürger insbesondere von einem Mitgliede 
wirthschaft häufig zu Einseitigkeiten geführt hat, die sich im 
des Landesadels hegen, oder den Ansprüchen Genüge zu 
praktischen Leben stets rächen, so ist doch mit Nichts erwie¬ 
leisten, welche nicht bloß Frau und Kinder, sondern auch 
sen, daß dem landwirthschaftlichen Institute zu X. oder 
zahlreiche Gutsunterthanen gegen ihren Versorger und Be¬ 
sämmtlichen übrigen Instituten dieser Art in Deutschland, mit 
schützer dereinst erheben werden. Unmöglich darf und kann 
Recht der Vorwurf gemacht werden könne, daß sie ihre 
der Vater, dem das Wohl und Wehe seines Kindes über¬ 
Zöglinge statt zu verständigen und einsichtsvollen, zu unver¬ 
haupt, und dessen eheliches Glück insbesondere anvertraut 
ständigen und kurzsichtigen Oeconomen bilden. Vielmehr 
ist, dieß übersehen. Mit Recht dürfte ihm leichtsinnige 
bringt die Natur einer wissenschaftlichen Anleitung es mit 
Hintenansetzung seiner Vaterpflichten vorgeworfen werden, 
sich, daß durch planmäßige und vollständige Darlegung aller 
wenn er nicht noch bei Zeiten, d. i. vor der Verheirathung 
in Betracht kommenden Verhältnisse, die Einsicht mehr ge¬ 
seines Sohnes, Mittel und Wege ausfindig machte, wie 
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aenn 
Max-Planck-Institut für
	        
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