Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
juristische Zeitung. 
Herausgegeben 
V 0 n 
Elvers, 
Chr. Fr. 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
—X- 
Sonnabend, den 16. Jan. 1830. 
Dritter Jahrgang. Nr. H. 
Bedarf derjenige, der im fremden Namen 
schen Recht abweichenden Entscheidungen unmittelbar 
contrahirt hat, zur Anstellung der Con¬ 
hieraus zu rechtfertigen; vermögen wir dieses nicht; so 
tracts Klage nach Römischem und heuti¬ 
sind wir auch zu solchen Entscheidungen nicht befugt. 
gem Rechte der Legitimation seines 
Während jenes Spiel mit falschen Allegaten uns immer 
Mandanten? 
tiefer in den Sumpf des verderbten Gerichtsgebrau¬ 
Vom Herausgeber. 
ches gerathen läßt, kann diese strenge Sonderung der 
reinen Römischen Theorie und dessen, was spätere Ver¬ 
Die obige Frage gehört zu denjenigen, die nach 
hältnisse fordern und begründen, allein eine wissen¬ 
Lage unsers gemeinen Processes und nach den heutige 
schaftliche Belebung und Wiedergeburt einer wahrhaft 
Tages herrschenden Rechtsansichten gewöhnlich unbe¬ 
ergänzenden und fortbildenden Praxis hervorrufen. 
denklich bejaht werden, ohne daß man eine genauer 
Die gegenwärtige Abhandlung beantwortet obige Frage 
Prüfung der Römischen Ansicht irgend für nöthig hält. 
von diesem doppelten Gesichtspunkte aus, und ist durch 
Bloß zum Ueberfluß pflegt man wohl noch einige s. g. 
einen bestimmten Rechtsfall veranlaßt. Der erste rein¬ 
Beweisstellen aus dem Corpus juris der schon im Vor¬ 
theoretische Theil ward vom Unterzeichneten ursprüng¬ 
aus gefaßten Entscheidung beizufügen, wenig darum 
lich seinem Votum in jener Sache beigefügt; der zweite 
bekümmert, ob diese nicht etwa auf ganz andere Ver¬ 
praktische Theil enthält die betreffende Ausführung des 
hältnisse gehen, vielleicht gar das Gegentheil desser 
Hrn. Prof. Kämmerer in den Entscheidungsgründen 
aussagen, was zu beweisen stand. — Wollen wir es 
des Erkenntnisses der Rostocker Juristenfacultät. 
nun auch keinesweges in Abrede stellen, daß verän 
derte Verhältnisse und Rechtsgrundsätze große Modifica¬ 
Bekanntlich unterscheidet sich die Abschließung eines 
tionen in der Anwendung des Römisch=Justinianeischen 
Contractes durch einen Procurator von der durch einen 
Rechts mit Nothwendigkeit begründen können; so darf 
Servus, oder Filius familias, oder bloßen Nuntius 
dieß uns doch nicht von der Pflicht freisprechen, alle 
dadurch, daß jener für seine Person vollständig in die 
Stellen des Röm. Rechts in ihrem wahren Sinne auf¬ 
Obligatio mit dem Dritten eintritt, während diese 
zufassen und mit ihnen nur dasjenige beweisen zu wol¬ 
gänzlich ex nexu bleiben, sowie daß im ersten Fall 
len, was wirklich aus ihnen hervorgeht. Indem wir 
der Dominus negotii selbst an sich nicht in die Obliga¬ 
aber befugt sind, die rechtliche Möglichkeit einer Ab¬ 
tio eintritt, während im zweiten Falle Er es ist, der 
weichung des heutigen Rechts vom streng Römischen 
allein obligirt, und obligirt wird. Jener Grundsatz 
nach den veränderten Verhältnissen und Rechtsansichten 
daß nur der Procurator der an sich obligirende 
zu statuiren, sind wir verpflichtet, unsere vom Römi¬ 
und obligirte Theil ist, gilt mit solcher Strenge, daß 
Statsbl 
Max-Planck-Institu 
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