Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

Allgemeine 
jurisische Zeitung. 
Herausgegeben 
p 0 n 
Chr. Fr. Elvers, 
ord. öffentl. Prof. der Rechte in Rostock. 
*X- 
Sonnabend, den 19. Juny 1830. 
Dritter Jahrgang. Nr. 49. 
Eigenthümlichkeit des HypothekenRechts der 
theken Bücher kannte man eben so wenig als Lagerbücher. 
Stadt Bremen. Aus einem Rechtsfalle nebst 
Die Oeffentlichkeit des Verlasses vertrat ihre Stelle, und 
richterlichen Entscheidungsgründen nachgewie¬ 
genügte auch so lange als die Sitte der Zeit, die allgemeine 
sen vom Stadt Syndicus Lang in Verden*). 
Theilnahme an den Angelegenheiten des einzelnen Bürgers 
und die Gerichtsverfassung, jede gerichtliche Handlung zu 
einer wirklich öffentlichen machte. Man glaubte schon ein 
Dem ältern Deutschen Rechte war die Hypothek im Rö¬ 
Uebriges zu thun, wenn man den, bei einer neuen Hypo¬ 
mischrechtlichen Sinne unbekannt. Man kannte nur das 
thek Bestellung betheiligten ältern Gläubigern eine kurze Frist 
Faustpfand bei Mobilien und bei Immobilien die Antichre¬ 
verstattete ihre ältern Rechte geltend zu machen und den 
sis, welche zur Umgehung der Gesetze gegen die Zinsen häu¬ 
Schuldner, der ohne Zuziehung seiner ältern Pfandgläubiger, 
fig unter der Form eines Verkaufs auf Wiederkauf geschlos¬ 
neue Hypotheken constituirte, mit Strafen bedrohete. Als 
sen wurde. Später wurde der Rentenverkauf eingeführt. 
aber die Sitte der Zeit sich änderte, die Bürger einander 
In den Städten worin ein ausgebreiteter Handel häufigen 
fremd wurden, und jeder Einzelne das eigne Interesse ver¬ 
Wechsel der Glücksumstände der Familien, und damit das 
folgend, von den gerichtlichen Verhandlungen nicht weitere 
Bedürfniß einer leichtern Beweglichkeit des Grundvermögens 
Notiz nahm, als in sofern er dazu vorgeladen war, da 
herbeiführte, mußte man indessen bald auf eine dem Römi¬ 
konnte diese mangelhafte Einrichtung des HypothekenWesens 
schen Rechtsbegriff entsprechende Hypothek gerathen, deren 
nicht länger bestehen. HypothekenBücher traten, selbst in den 
Bestellung indessen, als Species einer Veräußerung bürger¬ 
Städten an deren Stelle, so wie sie wohl auf dem Lande 
lichen Grundeigenthums, nicht füglich anders als gerichtlich 
von jeher geführt sind, so lange man gerichtliche Hypothe¬ 
in der Form eines Verlasses gedacht werden konnte. Hypo¬ 
ken kennt. Man ist daher sehr geneigt, die mannigfachen 
Bestimmungen die sich in den meisten ältern städtischen Sta¬ 
tuten in Beziehung auf die ältere Einrichtung finden, als 
*) Wir haben keinen Anstand genommen, diesen Rechtsfall nebst 
Antiquität zu betrachten, da sich nicht wohl absehen läßt, 
Entscheidungsgründen aufzunehmen, zumal da allgemeinere 
wie ein, nur einigermaßen befriedigendes Hypotheken Wesen, 
Kenntniß des HypothekenRechts der einzelnen Deutschen Staa¬ 
ohne HypothekenBücher bestehen kann. 
ten aus vielfachen theoretischen und praktischen Gründen so sehr 
Der nachstehende Rechtsfall beweist, daß diese Folgerung 
wünschenswerth ist. Es versteht sich übrigens von selbst, daß 
nicht allenthalben zutreffe. Die Bekanntmachung desselben 
wir gerne bereit sind, etwaige Gegenbemerkungen gegen die 
scheint wenigstens in so weit Interesse zu haben, als sie da¬ 
Bemerkungen des Einsenders gleichfalls aufzunehmen. 
Die Redaction. 
zu dienen kann, manchem Betheiligten noch zur rechten 
Max-Planck-Institut für
	        
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