Full text: Allgemeine juristische Zeitung (Jg. 3 (1830))

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hin im Deutschen Rechte noch nicht ausgebildeten freien 
Lehre vom Spiele nicht milder seyn wollte, als es die Römer 
Actionensysteme eine Klage auf Zurückforderung des bereits 
waren, wohl aber eine Schärfung eintreten zu lassen beab¬ 
Bezahlten nach dem Rechtszustande des Mittelalters nicht 
sichtigte, und daher die Römischrechtlichen Vorschriften neben 
vorkommt. Wir sehen aber doch aus der erwähnten Stelle 
den strengern particularrechtlichen Straf Normen über Spiel 
des Sachsenspiegels I, 6., daß das Spiel mit Diebstahl und 
ebenso anzuwenden sind, als wir noch heut zu Tage in der 
Raub zusammengestellt ist, und in sofern den Karakter eines 
Lehre von Injurien, dem Diebstahl rc. die Römischen Civil¬ 
Delicts an sich zu tragen scheint; (s. auch Schwabenspiegel 
Klagen neben den Deutschen Strafen anwenden. 
261.) daß auch der Erbe nicht schuldig war, auf Klagen 
4. Darnach läßt sich auch aus der Fußknechtsbestallung 
wegen Spielschulden des Erblassers zu antworten, wobei 
von 1570. nicht-die Ansicht ableiten, daß die Reichsgesetz 
man, wenn man auch behaupten will, daß nicht die Ansicht 
gebung eine Aufhebung der Normen der L. 3. Cod. de aleat. 
des Delicts vorgeschwebt habe, auf jeden Fall zugeben muß, 
habe aussprechen wollen. Da der Reichsabschied nicht eine 
daß die Freisprechung des beklagten Erben von Spielschuld 
Strafe des Spiels anordnet, so müßte man, sobald man an¬ 
geschehen ist, weil die allgemeine Rechtsansicht das Spiel 
nehmen wollte, daß das Reichsgesetz die L. 3. Cod. außer 
mit Makel belegte. (Sydow. Erbrecht nach dem Sach¬ 
Wirksamkeit habe setzen wollen, auch behaupten, daß nach 
senspiegel S. 366.) Uebrigens zeigt sich aus den dem Sach¬ 
dem Willen des Deutschen Gesetzgebers das Spiel überhaupt 
senspiegel gleichzeitigen Stadtrechten oder Rechtsbelehnungen, 
erlaubt seyn und gar keine nachtheilige Folgen für den Spie¬ 
daß man überhaupt die Klage aus dem Spiel nicht als zu¬ 
lenden habe haben sollen, (ausgenommen, daß bei Spiel auf 
lässig erkannt hat. S. Breslauer Recht von 1261. §. 51. 
Borg keine Klage gegeben wurde). Diese Behauptung, nach 
in Gaupp, das Magdeburgische Recht S. 239. und die 
welcher man milder als alle bisherigen Rechtsansichten gegen 
von Hüllmann. Städtewesen IV. S. 248 rc. gehäuft 
Spiel hätte seyn wollen, wäre aber innerlich unwahrschein¬ 
gesammelten Aussprüche der Statute des Mittelalters zeigen, 
lich; denn das Deutsche Recht hatte ja immer im Spiel 
wie strenge man selbst oft mit hatten Strafen gegen das 
etwas Schändliches erkannt, es wäre also nicht einzusehen, 
Spiel und die Theilnehmer desselben verfuhr, wie dies auch 
warum man von der eingewurzelten NationalAnsicht habe 
durch die bei Heumann exercit. jur. vol. III. Nr. 4. 
abweichen wollen, da auch das 1570 schon allgemein ver¬ 
gesammelten Statute dargethan wird. Auch zeigt die Aus¬ 
breitete Römische Recht keine Veranlassung zu einer solchen 
führung in dem Juristen Bonifacius (aus dem XIV. 
mildern Ansicht gab. Es ist darnach gewiß natürlicher, an¬ 
Jahrhundert) in cap. de ludo, azardi et alearum (hinter 
zunehmen, daß die Stelle in der Fußknechtsbestallung nicht 
A. Aretinus de maleficiis) Venet. 1557. p. 197. wo 
allgemein seyn, sondern blos auf die Reichsarmee sich be¬ 
ludus azardi, ludus Diabolicus genannt, (a Diabolo 
ziehen sollte. 
Azardi inventum) überhaupt vom ludo alearum gesagt 
5. Was nun die Mecklenburgischen Gesetze und zwar 
wird: inventus est ad homines inducendos ad male 
vom 6ten Dec. 1766 und vom 12ten Mai 1785 betrifft, 
peragendum, wie wenig die im Mittelalter herrschende Rechts¬ 
so läßt sich nicht nachweisen, daß in ihnen die Absicht, das 
ansicht dem Spiele günstig war. 
Römische Recht in der Lehre vom Spiel aufzuheben, den 
3. Als nun das Römische Recht in Deutschland als ge¬ 
Gesetzgeber geleitet habe. 
meines Recht sich verbreitete, stimmte die darin ausgespro¬ 
a. Schon überhaupt müssen wir auf das oben angedeutete 
chene Ansicht von der Unerlaubtheit des Spiels, völlig mit 
Verhältniß der Deutschen ParticularGesetzgebung zum ge¬ 
der im Deutschen Rechte vorkommenden überein 
nur zeigte 
meinen Rechte aufmerksam machen, nach welchem der 
sich auch hier wieder die oft bei der Vergleichung des Röm. 
Richter so lange, als nicht klar im ParticularGesetze eine 
und Deutschen Rechts zu machende Bemerkung als wahr, 
Römische Bestimmung aufgehoben, oder darin ein Satz 
daß die Deutschen bei manchen unerlaubten oder gemißbillig¬ 
gesetzlich ausgesprochen ist, mit welchem die Anwendung 
ten Handlungen, wo die Römer nur Actiones gaben, und 
des Römischen Rechts unvereinbar ist, annehmen muß, 
Privat Strafen eintreten ließen, durch Strafen das Uebel 
daß der ParticularGesetzgeber vom Römischen Rechte nicht 
zu unterdrücken, und ihre Mißbilligung auszusprechen such¬ 
habe abweichen wollen; es ist vielmehr Pflicht des Rich¬ 
ten. Als herrschende Ansicht darf immer wenigstens der 
ters, die gemeinrechtliche Vorschrift und den particularrecht¬ 
Satz den Richter leiten, daß das Deutsche Recht in der 
lichen Ausspruch so lange mit einander zu vereinigen, als 
Max-Planck-Insti
	        
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