Full text: Allgemeine juristische Bibliothek (Bd. 2, H. 2 (1782))

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III. Wenn der Bischof das Recht hat, eine Prob¬ 
stey zu vergeben, er stirbt aber, wen kömmt alsdenn das 
Recht zu? Der Hr. V. steht für den nachfolgenden Bi= 
schof. 1) Nach dem gemeinen Rechte seyen die Ver= 
gebungen der Dignitäten und Präbenden die Früchte der 
Bischöflichen Gerechtsamen. Man dürfe nur den Titel 
ne sece vacante durchlesen. 2) Der Pabst habe in den 
Konkordaten nur zween Wege erhalten, Beneficien zu 
verleihen, entweder durch ein Devolutions= oder Reser= 
vationsrecht. Das erste trete nur alsdenn ein, wenn 
der Kollator saumselig ist, und sein Recht in der be¬ 
stimmten Zeit nicht ausübt. Nun wäre es lächerlich, 
wenn Rom bey Erledigung des Bischöflichen Stuhles 
sich dieses Satzes bedienen wollte. Den anderen Punkt 
haben wir schon genug abgefertiget. 
IV. Wenn der Pabst annoch einige Probsteyen ver¬ 
geben darf, innerhalb welcher Zeit muß der Römische 
Provisus in Deutschlande erscheinen, und die Päbstliche 
Provision vorweisen? Der Hr. V. setzt ihm drey Monate 
von dem Tage der bekannten Erledigung angerechnet; 
sind die drey Monate fürüber, und derselbe erscheint nur 
einen Tag später, so fällt die Päbstliche Kollation zu= 
sammen, und tritt das gewöhnliche Recht der Kollato= 
ren ein. Die Gründe sind: 1) Diejenigen Präbenden, 
welche durch einen Sterbfall am Römischen Hofe, oder 
in einer Entfernung von da von 2 Diäten (sind 20 wel= 
sche oder 4 deutsche Meilen) in Erledigung kommen, 
müssen vom Pabste innerhalb eines Monates vergeben 
werden. Hierzu haben sich die Päbste Cap. 3. de præb. 
in 6. selbst verbunden. Diejenigen aber, welche in 
der Alternation dem Pabste offen stehen, müssen von 
demselben innerhalb drey Monaten verliehen werden. 
Hierzu verbinden den Pabst die Konkordaten. Wir 
haben also hier den Zusammenfluß einer Verbindung 
von 
Volage ULS 
Max-Planck-Institut für 
Universitâts u 
europäische Rechtsgeschichte 
nibliothek!
	        
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