Full text: Allgemeine juristische Bibliothek (Bd. 2, H. 2 (1782))

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schon genug erwiesen, daß die Dignitäten nach dem Sin= 
ne der Paciecenten und natürlichen Zusammenhang der 
Worte von der Alternation ausgenommen, und allein 
dem Kollationsrechte der Kapitlen oder Patronen vorbe= 
halten wären. 2) Führt Hr. V. S. 82. verschiedene 
Fälle an, 3. B. daß Kaiser Joseph Il. 1780. den 21. 
August die Römische Provision der Pfarrey Rungsdorf, 
die Theodor Schröder an Martin Fischer zu Rom resi= 
gnirte, auf Ansuchen des Probsten Ferd. von Weichs 
als Patronen der gedachten Pfarrey platterdings caßirte. 
rc. — Gute Beyspiele! Sie schlagen aber doch nur in 
die Putronatrechte ein, wir wollen andere der Frage an= 
gemessenere hinzusetzen. Jm Jahre 1731. den 1. Merz 
schützte der Reichshofrath das St. Germanstift zu Speyer 
in ihrem wohl hergebrachten Rechte, den Stiftsdechant 
immer wählen zu dörfen, und ließ den vom Furstbischo= 
fe zu Speyer Kardinal von Schönborn Kraft des Päbst= 
lichen Jndults eingedrungenen Niklas Dallwigh bey 
Strafe der Sequestration sämtlicher Temporalien, und 
Vermeidung fiscalischer Action aus dem Besitze der De= 
chaney herausjagen. Kurfürst Emmerich Joseph zu 
Mainz erklärte im Jahre 1762. die Resignation der da= 
sigen Dechaney zu St. Peter, welche der Dechant von 
Ried zu Gunsten des Kapitularen Zumdam zu Rom re= 
signirte, für ungültig, und ließ das Stift zur neuen 
Dechantswahl schreiten. — Die Kurialisten berufen 
sich zwar auf den §. 5. der Konkordaten, wo es heißt. 
daß eine jede Renunciation, wenn sie nur zu Rom vom 
Pabste angenommen werde, in Deutschland gelten müs= 
se. Allein die Konkordaten redeten nur von simplen 
und unbedingten Renunciationen, hier aber seye die 
Frage von Resignationen zu Gunsten des Dritten, diese 
wären eine Römische Geburt in späteren Zeiten, und 
von den Kurialisten nur ersonnen, um die Konkordaten 
zu untergraben. Wes können sie also gelten? 
III. 
K 5 
Volage UL 
Max-Planck-Institut für 
Universita 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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