Full text: Allgemeine juristische Bibliothek (Bd. 2, H. 2 (1782))

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Præposituris ab alternativa exceptis, & 
Sanctæ Sedi Apostolicæ non reservatis. 
Moguntiæ 1781. 128 Seiten in 4. 
Johann Georg Schlöer Erzbischöfl. Mainzisch. Geistl. 
Rath, und öffentlicher Lehrer des kanonischen Rechtes 
auf der hohen Schule zu Mainz, welcher sich schon 
durch manche Schriften in Beneficial=Sachen um das 
gelehrte Publikum verdient gemacht hat, ist der Verfas= 
ser dieser Abhandlung. Er behauptet darin, daß die 
Probsteyen in den deutschen Kathedral= und Kollegiat= 
Stiftern weder der Wechselvergebung, noch einem Päbst= 
lichen Vorbehalte unterworfen seyen. Das Werk ist in 
4 Kapiteln eingetheilt. Wir wollen unsern Lesern nur 
einen kurzen Auszug davon liefern. 
Jm ersten Kapitel zeigt der Hr. Verfasser, daß die 
Probsteyen in Deutschland die ersten und fürnehmsten 
Dignitäten nach der Bischöflichen Würde seyen. Er be= 
weist es 1.) aus dem Vorsitze der Pröbste im Chor und 
Kapitel. 2.) Aus der Obsorge über die Kirchengüter. 
und Vertretung der Rechte und Freyheiten, 3.) Aus 
der in Deutschlande hergebrachten, und in der alten Kir= 
chenzucht gegründeten Observanz, welche Hr. Verfasser 
aus der Regel des ersten Mönchenstifters Benedikt, und 
aus dem Chrodegangischen Jnstitut vom gemeinsamen 
leben der Geistlichen auf eine etwas unnatürliche Art 
S. 9. führt Hr. Verfasser die ge= | | 
herausfolgert. 
genseitige Einwendung an, welche darin besteht: Die 
Dechante wachten für den Gottesdienst in der Kirche, 
und übten auch eine Gerichtsbarkeit über die Stiftsgeist= 
lichen aus. Nun seye dies eine geistliche Gewalt, wel¬ 
che die Seelen angeht, und also weit fürtreflicher, als 
die weltliche, folglich müsse die letztere der ersten unter¬ 
geordnet 
K 2 
Vorage. L 
Ls 
Max-Planck-Institut für 
Uniersitats u 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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