Full text: Allgemeine juristische Bibliothek (Bd. 2, H. 2 (1782))

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Eben dasselbe höchste Wesen hat dem Menschen ei= 
nen 
gewissen Endzweck vorgesetzet; folglich muste er ihm 
auc 
gewisse Mittel diesen Endzweck zu erreichen, und 
das 
sind die Gesetze, vorschreiben. 
Gott hat den Menschen zur Glückseligkeit in diesem 
und in dem andern Leben erschaffen und bestimmt; diese 
doppelte Glückseligkeit kann ohne Gesetze nicht erreicht 
werden: Es müssen mithin dem Menschen göttliche Ge¬ 
setze vorgeschrieben seyn. 
Wir fühlen in uns gewisse Stimmen und Antriebe 
Gutes zu thun und Böses zu unterlassen — wir fühlen 
Gewissensbisse wegen des gethanen Uebels — diese in= 
nerlichen Regungen setzen Gesetze zum voraus — Es 
giebt mithin ein solches natürliches Gesetz. Hierauf folgt 
die Widerlegung der Einwendungen: 
1.) Die Einwendung, sagt der Hr. Verf., ist unnütz. 
Es habe so barbarische Völker gegeben, welche nichts 
von Gott und innerlichen Gesetzen wüsten, wie einige 
von einem gewissen Volke in Brasilien vorgeben. Allein 
dieß sind übertriebene Vorwände der Schriftsteller, in¬ 
dem in keiner aufrichtigen Reisebeschreibung ausfindig 
zu machen ist, daß es jemals ein so wildes dummes Volk 
gegeben, welches nicht wenigstens die allgemeine Gesetze 
des Naturrechtes Böses zu vermeiden, und Gutes zu 
thun gekennt habe, wiewohl sie in deren Auslegung und 
Anordnung gefehlt haben mögen. 
2.) Die vorbemeldten innern Stimmen können nicht 
aus den Vorurtheilen der Kindheit, wiewohl diese einen 
großen Einfluß haben mag, herkommen; indem 
a.) diese innere Triebe alsdenn nicht so allgemein 
seyn können. 
b.) 
K 
II. Band. 
Volage ULs 
Max-Planck-Institut für 
G 
europäische Rechtsgeschichte 
en
	        
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