Full text: Allgemeine juristische Bibliothek (Bd. 2, H. 2 (1782))

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fentlich zu seinem Lob bekennen, daß er seine einzelne 
Sätze nach seiner Kürze meistens recht artig ausgeführt 
hat. Wir wollen unsern Lesern ein Beyspiel davon vor= 
legen, um denjenigen, welche auch das befragte seiner 
Kürze nach theuern Werkchen nicht kaufen wollen, einen 
Begriff von der dem Hrn. Verf. eigenthümlichen Art 
der Ausführung zu machen 
Jn den Vorkenntnissen stellt der Hr. Verf. 3. V. 
unter andern den Satz auf: Es giebt ein Naturrecht 
dessen Wissenschaft man die Naturrechtswissenschaft 
nennt. Dieß läugneten 
1.) Carneades, ein heidnischer Philosoph und an= 
dere, welche behaupteten, die Natur des Menschen sei 
an keine Gesetze gebunden; was man wolle, sey erlaubt. 
2.) Thomas Hobbes, ein Engländer, der, wie= 
wohl er selbst ein Naturrecht geschrieben hat, so enthält 
doch der Kern seiner Schriften die Anlage eines Kriegs 
Aller gegen Alle; wodurch wirklich das Naturrecht über 
einen Haufen geworfen wird, wenn man das Recht 
nach dem Grade der Stärke mißt. 
3.) Dieß läugnete Benedikt Spinosa, ein Hollän= 
der, der aus einem Juden ein Calpinist, und dann ein 
Atheist ward, welcher die Grundsätze eines Hobbes be¬ 
folgte, und heut zu Tage viele Anhänger hat, welche den 
Menschen von allen natürlichen Gesetzen frey zählen, 
Allein wider diese wird der obige Satz bewiesen: 
A.) Von Seiten Gottes. 
Das unendlich weise, vorsichtige und heilige, all¬ 
mächtige höchste Wesen, Gott, der Schöpfer der Na= 
tur, konnte sein vortreflichstes Geschöpf, den Menschen | | 
nicht ohne Gesetze frey herumirren lassen: Er muste ihm 
mithin gewisse Gesetze vorschreiben. 
Eben 
Volage ULS 
Max-Planck-Institut für 
Universitâts 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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