Full text: Allgemeine juristische Bibliothek (Bd. 2, H. 2 (1782))

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Alle Menschen leben heut zu Tag in einem Staate. 
Der Staat ist demnach der allgemeine, der erste Gegen= 
stand des ganzen Rechtes, mithin des Naturrechtes so= 
wohl als des gemeinen positiven Rechtes. 
Ein je- 
der Staat hat eine doppelte Verfassung: eine Weltli= 
che und eine Geistliche. Es zerfällt daher das positive 
Recht sowohl als das Natürliche Recht in zwo Haupt= 
theile, in das Weltliche und Geistliche. Bey einer je= 
den Verfassung der Weltlichen sowohl als Geistlichen, 
kommen dreyerley Verhältnisse vor. Das Verhältniß 
der Privatglieder des Staates, des gehorchenden Thei= 
les, unter sich; der Jnbegriff der Rechte und Verbind= 
lichkeiten, die aus diesem ersten Verhältnisse entspringen, 
nennt man Privatrecht. Das zweyte Verhältniß ist 
zwischen dem gehorchenden Theile gegen den befehlenden 
Theil des Staates, der Glieder des Staates gegen das 
Oberhaupt, gegen die höchste Gewalt des Staates; der 
Inbegriff der Rechte und Verbindlichkeiten, welcher aus 
diesem zweyten Verhältnisse entspringt, nenne man ei= 
gentliches Staatsrecht; das Verhältniß endlich des 
ganzen Staates gegen andere Staaten und der Jnbe= 
griff, der aus diesen wechselseitigen Rechten und Ver= 
bindlichkeiten entspringt, nenne man das Völkerrecht. 
Aus diesen einzelnen auf die Natur der Sache gegründe= 
ten Sätzen ergiebt sich nun folgender Plan eines auf das 
positive Recht allgemein anwendbaren Naturrechtes. 
Naturrecht. 
Weltliches Naturrecht. Jus Naturale Seculare. 
A.) PPrivatrecht. 
B.) 
Staatsrecht. 
C.) 
Völkerrecht. 
II. Geistliches Naturrecht. 
Jus Natur. Ecclesiast. 
A. 
Privatrecht. 
B.) 
Staatsrecht. 
C.) Völkerrecht. 
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Volage ULs 
Max-Planck-Institut für 
Universität 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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