Full text: Allgemeine juristische Bibliothek (Bd. 2, H. 2 (1782))

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Ob er ihm nahe — oder doch näher als andere getreten 
sey — dieß ist eben die Frage, welche wir um unpar¬ 
theyisch zu seyn, wiewohl ungerne verneinen müssen. 
Wir halten vielmehr dafür, daß alle nur mittelmäßig 
gute Naturrechtskompendien dieser Absicht näher getreten 
sind als das gegenwärtige. Von der Wahrheit dieses 
letzten Satzes können sich unsre Leser mit einer auch flüch= 
tigen Gegeneinanderhaltung des Ditterischen und anderer 
Naturrechtskompendien leichtlich überzeugen; daß aber 
der Hr. Prof. diesen Endzweck nicht erreicht habe, dieß 
müssen wir nun beweisen. 
Die ganze Lage, der ganze Grundriß und Umfang 
des Werkes zeugt von der Wahrheit unseres Ur= 
theils. Die erste Haupteigenschaft eines guten auf das 
positive Recht anwendbaren Naturrechtes, auch nur nach 
dem Grundrisse betrachtet, ist, daß es auf das ganze 
positive Recht, wenigstens auf dessen Haupttheile passe. 
Die zweyte Eigenschaft ist, daß es der Natur des posi= 
tiven Rechtes, wie es jetzt ist, nicht wie es seyn könnte, 
angemessen sey. Beyde Eigenschaften vermisset man 
in dem Plane des Hrn. Verf.; um dieses ohne Weit= 
läuftigkeit zu beweisen, so sey uns erlaubt, hier einen 
allgemeinen Grundriß eines auf das gemeine positive 
Recht anwendbaren Naturrechtes wenigstens der ersten 
Grundlage nach zu entwerfen. 
Nur müssen wir zum voraus mit gewissen Sylben¬ 
schnappern und Wortwaradeinen einen Vergleich treffen; 
denn nichts ist ärgerlicher als nach richtig befundener Sa¬ 
che, sich alsdann noch in einen leeren Wortkrieg einlas= 
sen müssen. Wir verlangen aber von ihnen weiter nichts, 
als daß sie folgende Regel als richtig anerkennen: Wor= 
te, die in der Natur der Sache liegen, wenn sie auch 
noch nicht allen Ohren schmeicheln, müssen bey Wissen= 
schaften ihre gute Stelle haben. Nun zur Sache. 
Alle 
Votage ULs 
Max-Planck-Institut für 
versitäts- 
europäische Rechtsgeschichte 
hi
	        
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