Full text: Allgemeine juristische Bibliothek (Bd. 2, H. 2 (1782))

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Geser canonisch und juristischen Bibliothek, und dann 
kein Wort mehr. Den Beschluß dieses ersten Bandes 
macht eine Abhandlung von den Kreuzbullen, das heißt 
jenen Bullen, wodurch die Päbste alle und jede mit 
Gnade und Ablaß reichlich versorgten, die sich mit dem 
rothen Kreuze bezeichnen liessen, und Kreuzzüge 
um das heilige Land zu erobern, oder gegen Unglaubige 
und Ketzer zu kriegen, unternahmen; oder hierzu durch 
Stellung eines Mannes oder mittels einer ihrem Ver= 
mögensstande angemessenen Geldsumme beytrugen. We= 
gen dieser Bullen, welche den Kreuzfahrern, die mit dem 
Säbel und der Wachskerze in den Händen, das Kreuz 
Christi auf den Gränzen der Unglaubigen aufrichten woll= 
ten, und es über eine Million erschlagener Christenlei= 
chen gehen liessen, ertheilet wurden, wirft Ferraris die 
Frage auf: Ob auch eine öffentliche Buhlschwester mit 
jenem Gelde, welches sie durch Preisgebung ihres Kör= 
pers erworben, eine solche Gnaden= und Ablaßbulle wirk= 
sam erhalten könne? Er bejahet diese Frage aus dem 
wichtigen Grunde, weil ihr, obgleich sie dieses Geld 
durch eine schändliche und sündhafte Art erworben, den= 
noch ein unumschränktes Eigenthum über dieses Geld 
zustehe. Bravo, Herr Ferraris! Bravo! nur eines 
möchten wir noch wissen, ob dieser Hurenlohn an die 
Signatur der Gerechtigkeit zu bezahlen sey? 
Wir wünschten, daß die Herren Theologen mehr Ur¬ 
sach finden dürften, dieses van Dürensche Unternehmen 
zu unterstützen. Wir als profane Juristen haben dieses 
Werk sogleich von uns hinweggeschaffet, um unsern Bü= 
chervorrath nicht zu verunreinigen, und Gefahr zu laufen 
in dem juristischen Ketzerallmanach paradiren zu müssen; 
und wir hielten es für unsere Pflicht, das Publikum 
um so eher, auch ohne andere Recensionen darüber ab= 
zuwarten, von unserem Urtheile zu überzeugen, weil 
man 
Vortage ULs 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschic
	        
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