Full text: Juristisches Magazin für die deutschen Reichsstädte (Bändchen 6 (1797))

360 | XVIII. Nürnbergs Unterwerfung 
Von jeher mußte Nürnberg die unentbehrlichsten 
Bedürfnisse aus dem Auslande gröstentheils her¬ 
beihohlen, und hatte, sich im Gleichgewichte zu 
erhalten, kein anderes Mittel, als sein kleines 
Gebiete, seine Handlung und den Kunstfleiß sei¬ 
ner Bürger. Unverhältnißmäßig mit ihren Kräf¬ 
ten mußte dagegen die Stadt zu den öffentlichen 
Anlagen des Deutschen Reichs und des fränki¬ 
schen Kreises contribuiren. Für jeden einfachen 
Römermonat war Nürnberg auf 828 rheinische 
Gulden angelegt. Der Beitrag zur Unterhaltung 
des Cammergerichts macht auf ein siebenfaches 
Ziel 1624 Reichsthaler. Als die Industrie in 
den fürstlichen Staaten erwachte und der Handel 
in den Städten sank, war auch Nürnberg beson¬ 
ders unter den sinkenden Handelsstädten. Der här¬ 
teste Schlag traf sie, daß nach erfolgter Entde¬ 
kung der Schiffahrt um das Vorgebürge der gu¬ 
ten Hoffnung die Ostindischen, vorher über Sues, 
Cairo, Alexandria, nach Venedig, und von da 
meistens über Nürnberg gegangenen Wagren ei¬ 
nen ganz andern Weg nahmen, und die Han¬ 
delsstrassen sich gänzlich veränderten, wodurch 
Nürnberg seinen vortheilhaften Speditionshandel 
verlohr. Sie, deren Handel in Specerey=Ma= 
terial= und Farbwaaren von keiner grossen Be¬ 
deutung ist, welche also bloß durch den Absaz 
ihrer Manufakturen sich einigermassen noch stehend 
erhalten konnte, — sie mußte die Einfuhr der¬ 
selben nach und nach in alle Oesterreichische, 
Preus= 
— 
Max-Planck-institut für 
Universität 
Marburg 
D 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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