Full text: Juristisches Magazin für die deutschen Reichsstädte (Bändchen 6 (1797))

unter Preussen. 
335 
niß, sie vielleicht nur gar zu bald nochmals zu 
empfinden. 
Jene Wunden zu heilen, und diese Besorg¬ 
niß zu heben, haben wir nur ein einziges Mittel 
vor uns, und dieses ist der Schuz eines mächti¬ 
gen Fürsten, dessen Verhältnisse und Verbindun¬ 
gen im Stande sind, uns gerade jezt aus unse¬ 
rer Verlegenheit, aus unserer bangen Besorgniß, 
aus der Furcht, am Ende vielleicht noch unsern 
ganzen übrigen Wohlstand zu verlieren, zu reissen. 
Schon damals, als wir noch jene Drangsa¬ 
len fühlten, und die traurige Erwartung eines 
noch härtern Schiksals vor uns hatten, schon 
damals, als wir unser Eigenthum einer fremden 
Nation zur Beute werden, und uns einer Hun¬ 
gersnoth ausgesezt sahen; als unsere Mitbürger 
als Geißeln aus unserer Mitte herausgenommen 
wurden, als keiner von uns sicher war, aus den 
Armen seiner Familie, von allem, was ihm nur 
lieb und theuer seyn konnte, gerissen zu werden; 
schon damals hielt ein großer, und vielleicht der 
größeste Theil der hiesigen Bürger, jenes Mittel 
für das einzige, das unsere Vaterstadt von ihrem 
gänzlichen Ruin retten könnte. 
Ein Hochlöblicher Rath und das löbli¬ 
che Genanntencollegium waren zwar auch ihres 
Orts ganz davon überzeuget; allein es hieng nicht 
von ihnen beeden allein ab, dieses Mittel würk¬ 
sam zu machen; es stund nicht in ihrer Macht, 
ohne den Willen der gesammten Bürgerschaft 
frem= 
— 
Max-Planck-Institut für 
Unverstät 
Philipps 
Marburg 
DFC 
europäische Rechtsgeschichte
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer