Full text: Juristisches Magazin für die deutschen Reichsstädte (Bändchen 6 (1797))

II. Ueber Wiederherstellung 
§. 5. 
Das deutsche Reich genießet zwar anjezo un¬ 
ter der allerglorwürdigsten Regierung seines aller¬ 
durchlauchtigsten Oberhaupts des vollkommensten 
Ruhestandes, welchen Gott, der dafür gepriesen 
sey, noch fürterhin beständig erhalten wolle. Die 
Klugheit und Vorsichtigkeit erfordert aber, aus 
Exempeln Nuzen zu ziehen, und selbst unter den 
glüklichsten Zeiten auf abwechselnd-widrige Um¬ 
stände sich gefaßt zu halten. 
§. 6. 
Bekanntlich stehen nicht alle einzelne Reichs¬ 
städte in einer solchen Verfassung, daß ihre Re¬ 
genten, Obern und Rathgeber von öffentlichen 
Staats=Reichs= und Kreisangelegenheiten eine 
hinlängliche Erfahrung von sich selbst haben, oder 
von andern durch zureichende Nachrichten in Zei¬ 
ten überkommen können. Diese sind sehr übel 
daran, und müßen entweder bloß gedultig leiden 
und stillschweigen, oder werden ohne treuen Bey¬ 
rath, vertraute Verwarnung und aufrichtige An¬ 
weisung allenthalben gar leicht fehlen, irren und 
anstoßen, wenn sowohl an dem kaiserl. Hof, als 
auf dem Reichstag Geschäfte vorfallen, welche sie 
vel acti¬ 
theils individualiter, theils kollegialiter, 
ve vel passive angehen, oder sonst einen geschwin¬ 
den Entschluß erfordern. 
§. 7. 
Andere, denen es zwar weder an Korrespon¬ 
denten, noch an Mitteln fehlt, haben jedoch nicht 
weni¬ 
Vorlage 
Max-Planck-Institut für 
Philipps 
Universtat 
Marburg 
DF 
europäische Rechtsgeschichte 
—
	        
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