Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 5, St. 2 (1779))

XVIII. Dieterich Reinking. 
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Die Schweden behaupteten nun zwar das gewesene 
Erzstift Bremen, und der Herzog, Friedrich, sah sich 
genöthiget, seinen treuen Minister der bisherigen bis 
ins zwölfte Jahr geleisteten, Dienste 1648 zu entlassen. 
Doch bestellte er ihn zum Rathe vom Hause aus, gab 
ihm eine kostbare goldene Kette, nebst daran hangenden 
Bildnisse, und ein jährliches Gnadengeld von vierhun¬ 
dert Thalern. Da Reinking eben in Tractaten stand, 
sich an einen benachbarten Ort zu wenden, zeigte der 
Herzog seine Großmuth noch mehr, so bald er wenige 
Wochen hernach seinem Königlichen Vater in der Regie¬ 
rung des Dänischen Reichs gefolgt war. Er begehrte 
Reinkingen an sein Hoflager zu Copenhagen, wo er 
Befehl erhielt, im Namen des neuen Königes die Glück¬ 
wünsche der fremden Gesandten zu beantworten, und bey 
der Lehensempfängnis des Herzogthums Schleswig das 
Wort zu führen. Von dieser Zeit an erschien er, wider 
alles Vermuthen, in weit größerm Glanze. Denn er 
ward Königlicher geheimer Rath, Canzler beyder Her= 
zogthümer, Schleswig und Holstein, auch zuletzt 1650 
Präsident des Pinnebergischen höchsten Gerichts. Er 
wohnte also nun in Glückstadt, und wurde zugleich 1655 
zum Vormundschaftsrathe des unmündigen Prinzen, 
Johann August, zu Schleswig-Holstein bestätiget, des¬ 
sen Vater, Johann, Bischof zu Lübeck gewesen war. 
In eben diesem Jahre begnadigte der Kayser, Ferdinand 
der dritte, ihn und seine Nachkommen mit den Vorzü= 
gen des Adelstandes, und der Churfürst von Maynz er= 
lies ihm freywillig, aus Achtung gegen seine Verdienste, 
die dabey gewöhnlichen Canzleysporteln. Er hatte be= 
reits lange vorher das Rittergut Wellingsbüttel, unweit 
Hamburg, an sich gebracht; ein gewisser Nürnberger 
aber, Georg Fürstenhauser, focht ihn deshalben an, und 
berief sich auf eine Donation, und den untern 26 Ju¬ 
nius 1648 von der Schwedischen Königin Christing dar= 
über 
Vorage: 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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