Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 5, St. 2 (1779))

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XVIII. Dieterich Reinking. 
de. Et ward allda zehn Wochen in strengem Arrest ge¬ 
halten, darauf aber mit den übrigen Räthen nach Nien¬ 
burg geführt; wo er ungefähr vier Monate gefangen 
blieb, und die Feinde sich gegen ihn besonders ungemein 
hart erwiesen. Die Ursache war, daß sie ihn gern in 
ihres Königes Dienste ziehen wollten, wozu er aber we¬ 
der durch Drohungen, noch Versprechungen, weder 
durch Geld, noch andere Vortheile bewogen werden konn= 
te. Er sagte vielmehr muthig, er möchte lieber im be¬ 
schwerlichsten und abscheulichsten Gefängnisse sein Leben 
verseufzen, als ein Wort brechen, das er Gott und dem 
Fürsten gegeben hätte. Endlich erlangte er die Frey¬ 
heit wieder, und reisete zu seinem Herrn, welcher vom 
Könige, seinem Vater, zum Statthalter in Schleswig 
und Holstein bestellet worden war. Jener schickte ihn 
im Junius 1646 nach Münster und Osnabrück, um bey 
den angefangenen Friedensunterhandlungen das Fürstli¬ 
che Interesse zu beobachten. Seine Instruction be¬ 
stand vorzüglich darinn, möglichster maßen zu verhin= 
dern, damit Bremen für keine freye Reichsstadt erklärt, 
und folglich der Erzbischöflichen Oberherrschaft nicht ent= 
zogen würde; auch es dahin zu bringen, daß der refor¬ 
mirte Magistrat allda die Lutheraner verschonete, und 
ihnen ein freyes Religions-Exercitium überließe. Am 
11 März 1641 foderte Reinking, in seines Herrn Na= 
men, für das in ein Herzogthum verwandelte, den 
Schweden bewilligte, Erzstift Bremen, und Bisthum 
Verden, ein Aequivalent. Die Minister dieser Crone 
unterstützten die Sache, und der Kayser bot dem Erz= 
bischofe das Hochstift Lübeck an, welches derselbe aber 
ausschlug. Da überhaupt die Sache keine solche Wen¬ 
dung bekam, wie der Erzbischof wünschte: so rief er 
Reinkingen zurück, und trug das ganze Geschäfte dem 
Dänischen Holsteinischen Landcanzler und Gesandten, D. 
Heinr. von Hatten auf. 
Die 
Vorlage: 
Max-Planck-Institut für 
FG 
europäische Rechtsgeschichte 
—
	        
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