Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 5, St. 2 (1779))

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AVS 
XVIII. 
Dieterich Reinking. 
Ein altes, adeliches Geschlecht in Westphalen, welches 
aber zuletzt seine Vorzüge nicht gebraucht zu haben 
scheint, war dasjenige, wovon Reinking abstammte. 
Der Großvater desselben, Johann Reinking, beklei= | | 
dete im Embsländischen Quartiere des Hochstifts Mün= 
ster die Bedienung eines Renthmeisters; er verlies sie 
aber aus Eifer für die Evangelisch=Lutherische Religion, 
zu welcher er sich bekennete, und wählte den Aufenthalt 
zu Osnabrück, wo er, als ein Mitglied des Raths, 1570 
in die Ewigkeit hinüber gieng. Sein Sohn, Otto Rein= 
king, stand mit dem Herzoglich=Curländischen Stallmei= 
ster, Teufel, in Blutsfreundschaft. Weil dieser keine Kin= | | 
der hatte: so lud er ihn zu sich ein, und machte ihn glück= 
lich. Denn er eignete ihm nicht nur sein ganzes Ver¬ 
mögen, zum künftigen Erbtheile, zu, sondern gab auch 
Gelegenheit, daß er die Tochter seines Schwagers, Die¬ 
terich von Lambstorf, heyrathete, welcher Erbherr 
auf Thalsen in Curland war. Aus dieser Ehe wurde 
Dieterich Reinking 1590 am 10. März gebohren, 
und von Privatlehrern bis ins dreyzehende Jahr mit 
den ersten Grüͤnden der gewoͤhnlichen Studien eines Kna¬ 
bens beschäftiget. Zu dieser Zeit aber nöthigte die graf= 
sirende Pest den Vater, andere Entschliessungen zu fas¬ 
sen, und seinen Sohn einer Gefahr zu entziehen, wobey 
die Gesundheit, oder gar das Leben, so leicht verlohren 
gehen konnte. Er schickte ihn also 1603 in die Ofna¬ 
brückische Schule, welche er zwey Jahre hernach mit der 
zu Lemgo, und diese zuletzt 1609 mit dem academischen 
Gymnasio zu Stadthagen verwechselte. Allhier lies er 
sich die nöthige Vorbereitung zur Rechtswissenschaft so 
lange angelegen seyn, bis er im Jahre 1611 auf der Uni¬ 
versität 
N 4 
Vorage: 
Max-Planck-Institut für 
3 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte 
Dunster
	        
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