Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 6, St. 1 (1780))

II. Paul Cypräus. 
worauf er, nach einer vollendeten Reise durch-Spanien 
und Italien, in sein Vaterland zurück kam. 
Der Herzog, Adolph,! zu Holstein=Gottorf er= 
Er schenkte 
wies dem Cypraus sofort große Gnade. 
ihm nicht nur ein Canonicat zu Schleswig, sondern er¬ 
klärte ihn auch zum Hofrathe und Beysitzer im Gottor¬ 
sischen Obergerichte. Dieses geschah 1565. Daß er 
dabey noch eine Stelle im Schleswigischen Consistorio 
bekleidet habe, siehet man deutlich aus der Zuschrift an 
den Herzog, Johann Adolph, vor dem Traktate de iure 
connubiorum. An eben diesem Orte erwaͤhnet er ver¬ 
schiedener Gesandschaften nach dem Spanischen, und 
einigen Niedersächsischen Höfen. Zu Madrit sollte er 
die rückstäͤndige Bezahlung vieler aufgewendeter Unko¬ 
sten, und der Jahrgelder zu befördern suchen, welche 
der König dem Herzoge Adolph, vermittelst eines Pa¬ 
tents im Jahre 1556. versprochen hatte, worinn dieser 
jenen zum Staatsrathe ernennt wird. Moller setzt 
hinzu, daß er auch, unter dem Character eines Abge¬ 
andten, zu Copenhagen, bey den Generalstaaten in den 
Niederlanden, und in einigen deutschen Reichsstädten, 
gewesen sey. 
Im Jahre 1576. errichtete der Herzog Adolph 
ein Gymnasium zu Schleswig. Cypraus erhielt den 
Befehl, die Rechte auf demselben vorzutragen, und er 
verrichtete dieses Geschaͤfte einige Jahre nach einander 
mit vielem Beyfalle. Die Universität zu Copenhagen 
bot ihm auch 1578. die oberste Stelle eines Rechtsleh¬ 
rers, und darauf der Koͤnig von Daͤnnemark durch den 
Canzler, Harald Huitfeld, eine weit ansehnlichere Be¬ 
dienung an. Allein Vaterlandsliebe war zu uͤberwie¬ 
gend, daß er zu einer Veraͤnderung haͤtte bewogen wer¬ 
den koͤnnen. Aus dieser Ursache, und des herzutreten¬ 
den Alters wegen, trug er gleichfalls Bedenken, am 
Rö= 
Vorage 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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