Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 6, St. 1 (1780))

126 
X. 
Albericus Gentilis. 
Die von ihm, und seinem folgenden Bruder, bisher 
bekannt gewesene Nachrichten schrecken mich nicht 
ab, diesen beyden vortreflichen Männern ein neues 
Denkmal zu widmen, und theils erst kuͤrzlich entdeckte 
Anekdoten von ihnen, besonders von Scipio Gentilis 
zu erzählen: theils irrig angezeigte Umstände zu ver¬ 
bessern. 
Ihr Geschlecht war alt und edel. Einer ihrer 
Vorfahren, Joh. Valentin Gentilis, welcher ein 
enthusiastischer Arianer gewesen zu seyn scheint, hatte 
nur das Unglück, daß er wegen des, wider seinen Eid 
angegriffenen Geheimnisses der Dreyeinigkeit im Jahre 
1166. zu Bern mit dem Schwerdte zum Tode gebracht 
wurde. *) Matthaus Gentil, ein Arzt und Vater 
von sieben Söhnen, lebte zu Castello di Sangenesio, in 
der Mark Ancona, und eben hier ward er 1551. durch 
die Geburt seines aͤltesten Sohnes, Albericus, erfreut. 
Dieser legte sich zu Perugia auf die Rechtswissenschaft, 
worinn ihn, außer andern Lehrern, Oddo, und vor¬ 
züglich Rainoldus, unterstüͤtzten, erhielt auch daselbst, 
im ein und zwanzigsten Jahre des Alters, die höͤchste 
juristische Würde. Gleich darauf kam er als Stadt¬ 
richter nach Ascoli. 
Ungefäͤhr um diese Zeit mußte sein Vater, der ge¬ 
gen die römischkatholische Religion eine Abneigung ver¬ 
spür¬ 
*) Bened. Aretius handelt davon in der zu Geneve 1567. 
in 4. gedruckten Historia condemnationis I. V. Gentilis. 
— 
Vorlage: 
Max-Planck-iInstitut für 
DFC 
europäische Rechtsgeschichte
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer