Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 6, St. 1 (1780))

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IX. 
Gottlieb Gerhard Titius. 
In der litterar Geschichte des vorigen, und zum Theil 
auch des laufenden Jahrhunderts zeichnet sich Ti¬ 
tius vor vielen Andern seines Standes besonders aus, 
und Wenige können auf den Ruhm Anspruch machen, 
welcher seinen Verdiensten gebuͤhret. Er hatte Johann 
Titius, von dem ein paar Schriften vorhanden sind, 
zum Vater, einen Doktor der Rechte, Kaiserlichen 
Comes Palatinus, Gräflich Stollbergischen Canzler 
am Harz, und Syndikus so wohl der Hohensteinischen 
Ritter- und Landschaft, als der freyen Reichsstadt 
Nordhausen. Hier wurde 1661. der 5 Junius der 
Anfang seines Lebens. So bald ein zum Studiren fä¬ 
higes Alter herangenahet war, kam er in der oͤffentli- 
chen Schule daselbst unter die Disciplin des Rektors, 
Friedrich Hildebrands, der noch verschiedener Schrif¬ 
ten wegen bekannt ist, und der uͤbrigen Collegen dessel¬ 
ben. Nach des Vaters Tode aber mußte er 1678. die¬ 
se Schule mit der Ascherslebischen, im Fuͤrstenthume 
Halberstadt, vertauschen. Sein Schwager, der Buͤr¬ 
germeister Pflaum, vertrat die Vaterstelle; er nahm 
ihn zu sich ins Haus, und ließ ihn durch den Rektor 
Ulmann, nebst dem Conrektor, Boͤtticher, zur Uni¬ 
versitat sorgfaltigst vorbereiten. Diese war Leipzig, wo¬ 
hin er zu Ostern des Jahrs 1680. abreisete, um sich 
die Erlernung der Wissenschaften angelegen seyn zu lassen 
welchen er die Kräfte des Verstandes am meisten wid¬ 
men wollte. 
In der ersten Zeit that er es unter der Aufsicht 
Gottlob Friedrich Seligmanns, des nachmaligen 
Chur= 
Vorlage: 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rechtsgesch 
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