Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 4, St. 2 (1778))

190 | XVIII. Magnus von Wedderkop. 
Rechtsgelehrsamkeit hingegen zeigten Johann Strauch 
und Ge. Adam Struve den geradesten Weg, auf wel= 
chem er seinem Fleiße vollkommen Genuͤge leisten konnte. 
Nach dreyen Jahren verließ er diese Universitäͤt, und 
übernahm die Hofmeisterstelle bey zween Bruͤdern, den 
Brömsen, aus Lübeck. Mit diesen begab er sich im Jah= 
re 1661. nach Heidelberg. 
Eine so gute Gelegenheit 
setzte ihn in den Stand, noch zwey Jahre juristischen 
Vorlesungen beyzuwohnen. Alsdann that er eine Reise 
durch einen Theil von Frankreich und Italien, kehrte 
aber 1664. nach Heidelberg zurück, vermuthlich deswe¬ 
gen, daß er dereinst ein Lehramt allda erhalten moͤchte. 
Die Folgen beweisen auch, es sey die Hoffnung, welche 
man ihm vorher gemacht zu haben scheint, nicht vergeb¬ 
lich gewesen. Denn kaum hatte er sich in dem nur ge¬ 
dachten Jahre den Doctortitel von der Juristenfacultat 
ertheilen lassen, als Reinhold Blom Vicecanzler, und 
Wedderkop zu dessen erledigten Profession des Staats¬ 
und Lehnrechts befördert wurde. Carl Ludewig, der 
Churfürst von der Pfalz, ein großer Beschützer der G= = | 
lehrten, unter welche man ihn selbst rechnen mußte, setzte 
auf seinen neuen Unterthan gar bald das gnaͤdigste Ver¬ 
trauen, und schickte denselben 1668. in gewissen Angele¬ 
genheiten an den Schleswig-Gottorfischen Hof. Wed¬ 
derkop hatte das Glüͤck, sich so vielen Beyfall des Her¬ 
zogs, Christian Albrechts, zu erwerben, daß dieser da¬ 
mit umgieng, wie er ihn wieder in sein Vaterland brin¬ 
gen könnte. 
Die kurz vorher zu Kiel gestiftete Universität gab 
das beste Mittel an die Hand. Heinrich Michaelis trat 
zu eben dieser Zeit als erster Syndicus in die Dienste 
der freyen Reichsstadt Luͤbeck. An dessen Stelle suchte 
man also Wedderkopen aus; er nahm auch den Beruf 
an, und hielt am 8. Julius des Jahrs 1669. eine ge¬ 
wöhnliche 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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