Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 4, St. 2 (1778))

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XX. 
Johann Joachim Schöpffer. 
Sein Vater, Theodosius Schöpffer, ein berühm¬ 
ter Advocat zu Quedlinburg, von welchem wir 
auch einige, nun in Vergessenheit gerathende, Schriften 
haben, zeugte ihn mit der Tochter eines ehemaligen 
Schwedischen Regimentsquartiermeisters, Hoͤtensleben. 
Er kam in dieser Stadt am 23 November 1661. zur 
Welt, und erhielt den Vornamen von seinem Großvater, 
Joh. Joachim Schöpffer, einem in vielen Wissen= 
schaften und Sprachen, sogar den morgenlaͤndischen, sehr 
erfahrnen Fürstlich Dessauischen Amtmanne zu Sanders¬ 
leben. 
Der junge Schöpffer ward zuerst von geschickten 
Lehrern des Quedlinburgischen Gymnasi, und vorzüglich 
von dem Rector, Samuel Schmidten, so lange in 
den Anfangsgrüͤnden der Gelehrsamkeit unterrichtet, bis 
er sich, nach einer gehaltenen Lateinischen Abschiedsrede 
vom Lobe der Advocaten, wohl zubereitet auf Universita¬ 
ten begeben konnte. Dieses geschah im Jahre 1679. zu 
Ostern. Leipzig, wo er unter Otto Menckens Recto- 
rate immatriculirt wurde, machte ihn zuerst mit denjenigen 
Wissenschaften bekannt, welche zu seinem Zwecke gehöͤrten. 
Allein er blieb nur ein einziges Jahr daselbst. Denn im 
folgenden glaubte er, von den Jenaischen Rechtslehrern, 
deren Ruhm durch ganz Deutschland erschallte, reichere 
Früchte einzuernden. Hier aber aber verkuͤrzte eine in 
diesen Gegenden herumschleichende Pest den Aufenthalt 
noch mehr: und eben darum rief ihn der bekuͤmmerte Va¬ 
ter schon am Ende des Jahres zurück. Nun brachte er 
zwar, unter den Augen desselben, die Zeit nicht muͤssig 
zu; Quedlinburg schien jedoch der Ort nicht zu seyn, an 
welchem er, ohne merklichen Nachtheil seiner Studien, 
93 
lange 
Vorage: 
Max-Planck-Institut für 
europäische Rech 
sgeschichte
	        
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