Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 4, St. 2 (1778))

203 
XIX. 
Johann Martin Silberrad. 
Wean Nachrichten von ihm bekannt genug wären: so 
wurde ich meine Feder zu einem andern Gegen¬ 
stande führen. Allein die einzige Schrift, welche die vor¬ 
nehmsten Lebensumstaͤnde dieses nicht gemeinen Gelehr¬ 
ten enthaͤlt, ist schon so selten, daß sie viele Deutsche Lieb¬ 
haber der juristischen Biographie schwerlich besitzen wer¬ 
den. Eben deswegen suche ich hier sein Gedaͤchtnis, wel¬ 
ches er so sehr verdient, in die künftigen Zeiten fortzu¬ 
pflanzen. 
Silberrads Geburtskag war der 16 October 
1707. Sein Vater, Martin Silberrad, stand als 
Diaconus an der Thomaskirche zu Strasburg. Den 
ersten Unterricht im Studiren gab ihm das Gymnasium, 
und alsdann setzte er, vom Jahre 1721. an, seine Be¬ 
mühungen auf der Universität daselbst fort. Die Grie¬ 
chische und Hebraͤische Sprache trieb er weiter bey Joh. 
Heinr. Lederlinen. Seine uͤbrigen Anfuͤhrer aber wa¬ 
ren in der Logic und Metaphysic Joh. Philipp Barten= 
stein; in der Naturlehre Joh. Jac. Sachse; in der 
Mathematie Joh. Heinr. Herttenstein; in der Mo¬ 
ral Elias Silberrad, sein naher Vetter. Joh. Da¬ 
niel Schoͤpflin trug ihm die Historie, die Alterthuͤmer, 
und die Regeln der Redekunst, vor, er verstattete ihm 
den Gebrauch seiner kostbaren Bibliothek, und den Zutritt. 
zu der kleinen Gesellschaft auserlesener Juͤnglinge, mit wel¬ 
chen er woͤchenlich einmal uͤber mancherley litterarische Sa¬ 
chen Privatunterredungen zu halten pflegte. Auch der ver¬ 
storbene Gottesgelehrte, Johann Mich. Lorenz, beschäf¬ 
tigte seinen Fleis in der Philosophie sowohl, als den philolo- 
gischen Wissenschaften. Die Kenntnisse des natürlichen, 
des 
Vorlage: 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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