Full text: Beyträge zur juristischen Biographie, oder genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben (Bd. 4, St. 2 (1778))

XVIII. Magnus von Wedderkop. 195 
Eid zu schwören, und ihn ins Kirchengebet zu Steinhorst 
mit einschliessen zu lassen; er habe sich bey der Streitig¬ 
keit üͤber das ehemalige Amt Barmstedt, oder die Graf¬ 
schaft Rantzau, für den Grafen dieses Namens erklaͤrt; 
er habe in einem nach Stockholm geschriebenen Briefe des 
Administrators Regierung getadelt, und endlich mit dem 
Konige von Daͤnnemark wegen des Guts Moislingen ei¬ 
nen Vergleich getroffen, welcher dem Goͤttorfischen Hause 
nicht anders, als nachtheilig seyn müsse. Um über ihn 
das strengste Urtheil zu fallen, suchte man ferner zusam¬ 
men, was man nur konnte. Alle diejenigen, welche Pre¬ 
diger= Justitz= und andere Stellen von ihm erkauft haben 
sollten, wurden citirt. Da sie erschienen waren, besta¬ 
tigten sie die Anzeige. Darauf erfolgte eine peinliche 
Sentenz, und der General Major Wolf, Commendant 
in Toͤnningen, ein christlicher und rechtschaffener Officier, 
erhielt bereits am 14 Jul. 1713. Ordre, vor der Ueber= 
gabe der belagerten Festung den Arrestanten enthaupten, 
oder auf der ersten Bastion erwuͤrgen zu lassen; welche 
Execution jedoch der Koͤnig von Daͤnnemark durch Dro¬ 
hungen mit Repressalien hinderte. Mittlerweile nahmen 
sich viele Europäische Hofe Wedderkops ernstlich an, 
besonders die zu Stockholm und zu Copenhagen. Jener 
in Betrachtung, daß er die Schwedischen Angelegenhei¬ 
ten immer unterstützt hatte: dieser hingegen, weil er ein 
Danischer Landsasse war. 
Wedderkop hatte den Verdruß, laͤnger als vier 
Jahre in der Gefangenschaft zuzubringen. Es soll ihm 
während dieser Zeit nicht einmal verstattet worden seyn, 
das heilige Abendmahl zu geniessen, welche Grausamkeit 
ich kaum glauben kann. Gewisser ist es, daß er in einem 
Loche gesteckt habe, wo nur ein wenig Licht durch eine klei¬ 
ne Fensterscheibe schimmerte, weil die andern mit Pech 
verschmiert waren, und ihm alles untersagt wurde, was zu 
N 4 
seiner 
Volage. 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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